Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Palästina, zu bearbeiten« Dieses Ressort, das nach der Uebersiedlung Löwen", steins von Hans Friedenthal geleitet wurde, nahm sehr bald einen äußere gewöhnlich großen Umfang an. In den Sprechstunden dieses Ressorts und in einer außerordentlich umfangreichen Korrespondenz ist versucht worden, den in Betracht kommenden Bundesbrüdern mit Rat und Tat zu helfen. Am 9. April 1933 fand eine Besprechung mit Vertretern der Bezirksverbände1 und mit Berliner Alten Herren statt, auf der Bbr. Löwenstein und der gerade aus Palästina anwesende Bbr. Zlocisti referierten, und wo sowohl die Frage der individuellen Uebersiedlung in Einzelbesprechungen mit Löwenstein und Georg Landauer wie auch die Frage der Siedlungsprojekte eingehend behandelt wurde. Es wurde auch auf dieser Tagung über die Möglichkeiten der zukünftigen zionistischen Arbeit eingehend gesprochen. Für die jüngeren Bundesbrüder mußten Hachscharah-Stellen beschafft werden, und hierbei kam es nicht nur darauf an, die Stellen zu beschaffen, sondern auch die Hachscharah zu leiten. Hachscharah bedeutet ja nicht nur berufliche Umschichtung, sondern in gleicher Weise eine geistige Umbildung, die dazu befähigt, das neue ungewohnte Leben zu ertragen und sich in das arbeitende Palästina einzugliedern. Das bedeutete eine ganz neue Erziehungsaufgabe und mußte auch zu einer Klärung des Verhältnisses zum Hechaluz führen. Der Hechaluz war bis dahin die einzige Organisation, die sich mit Hachscharah und Alijah befaßte. Seine Mitglieder entstammten im wesentlichen zionistischen Jugendbünden. Die Erziehungsarbeit war gerichtet auf die Eingliederung der jungen Menschen in das Aufbauwerk der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina, die durch die Histadruth repräsentiert wird. Im Sinne dieser Ideen wurde die Erziehungsarbeit geleitet. Der Hechaluz verlangt die Verpflichtung seiner Mitglieder zum spätem Eintritt in die Histadruth* Durch den gewaltigen Umschwung im Frühjahr 1933 kamen ganz andere Kreise als die zionistischen Jugendbünde für die Hachscharah in Frage« Die Zahl der Mitglieder des Hechaluz selbst stieg von wenigen Hunderten im Anfang des Jahres 1933 in die Tausende und beläuft sich jetzt auf ca. 14 000. Es entstand sehr bald die Frage einer Zentralisierung der gesamten Hachscharah- Arbeit aller Bünde bei dem Hechaluz. Die Zusammenarbeit der einzelnen Bünde mit dem Hechaluz konnte sich entweder lediglich auf technische Dinge und gegenseitigen Austausch von Stellen und Erfahrungen beschränken, oder aber es konnte darüber hinaus der Hechaluz zur Zentralstelle der Hachscharah gemacht werden. Dann mußten selbstverständlich Vertreter der Bünde, insbesondere auch des K.J.V. in den Merkas des Hechaluz eintreten, und es mußte den zur Hachscharah kommenden Mitgliedern der Bünde empfohlen werden, in den Hechaluz als Mitglieder einzutreten. Das Präsidium hat nach sehr eingehenden Beratungen sich dahin entschieden, einen Vertreter in den Merkas des Hechaluz zu entsenden, der an den Arbeiten dort teilnehmen soll. Von einer engeren Zusammenarbeit, insbesondere einer Empfehlung an unsere umschichtenden Bundesbrüder zum Eintritt in den Hechaluz haben wir abgesehen, stellten vielmehr die Entscheidung darüber unseren Bundesbrüdern anheim. Die Tendenz der Arbeit sollte dahin gehen, das Verhältnis zum Hechaluz möglichst eng zu gestalten und bei dem Hechaluz darauf einzuwirken, daß er zu der wirklich überparteilichen Hachscharah-Organisation in Deutschland wird. In jedem Falle sollte die Selbständigkeit unserer K.J.V.¬ Erziehung auch in den Hachscharah-Gruppen gewahrt bleiben. Wir haben größere Hachscharah-Zentren in Riga auf dem zionistischen Lehrgut der dortigen zionistischen Jugendorganisation Herzlia und in Memel geschaffen. In Memel handelt es sich um handwerkliche, in Riga um land- 7