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Der jüdische Wille · 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · page 5

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 1 (Januar 1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Aber nicht nur die Studenten mußten ihr Studium aulgeben, auch viele ältere Bundesbrüder verloren ihre Berufe als Anwälte und Notare, als Kassenärzte, als Richter und sonstige Beamte. Es ist klar, daß ein Kartell, das im wesentlichen aus fertigen oder werdenden Akademikern bestand, durch die Ereignisse des letzten Jahres besonders schwer getroffen wurde. Das Präsidium erblickte in dieser Zeit seine Aufgabe nicht so sehr darin, Studien- und Niederlassungsmöglichkeiten im Auslande nachzuweisen, Gelder aufzubringen und sonst mehr oder weniger philanthropisch zu wirken. Das Schwergewicht der Arbeit auf solche Hilfe zu legen, wäre mit dem erzieherischen Grundgedanken des Kartells nicht zu vereinbaren. Vielmehr mußte gerade in dieser Zeit die Arbeit des Präsidiums von der zionistischen Grund* haltung des K.J.V. bestimmt werden. In früherer Zeit war die Wahl eines akademischen Berufes durchaus nicht unvereinbar mit einer späteren Uebersiedlung nach Palästina. Als aber im Frühjahr 1933 plötzlich eine große Anzahl jüdischer Akademiker, die früher nie daran gedacht hätten, nach Palästina übersiedelten, war es klar, daß für Akademiker auf Jahre hinaus in Palästina kaum noch irgendwelche Existenzmöglichkeiten gegeben waren» Deswegen galt es in erster Linie, die jüngeren Bundesbrüder von akademischen Berufen abzubringen, ihnen auch abzuraten, ihr Studium im Auslande fortzusetzen, und ihnen die Möglichkeiten zur Umstellung auf handwerkliche und landwirtschaftliche Berufe zu erleichtern. Das Präsidium kooptierte Bbr. Fritz Löwenstein mit der besonderen Aufgabe, die Berufsprogramme des Kar» teils, selbstverständlich unter besonderer Berücksichtigung der Eignung für Wir bitten hierdurch nochmals alle Bundesbrüder, die in der letzten Zeit ihren Wohnsitz verlegt haben, um Bekanntgabe ihrer neuen Adressen. Wir erwarten ferner, daß wir von den Plätzen, an denen sidt durch Hinzug von Bundesbrüdern neue Zentren gebildet haben, Kenntnis erhalten, insbesondere auch darüber, ob dort organisatorische Neubildungen irgendwelcher Art vorgenommen worden sind. Nochmals weisen wir darauf hin, daß wir Bekanntgaben über den jeweiligen Stand unserer Arbeit und unserer Pläne allen Bundesbrüdern, die an einer laufenden Orientierung interessiert sind, zukommen lassen wollen. Unerläßlich hierzu ist jedoch, daß sich die Bundesbruder melden, die unsere laufenden Nachrichten zu erhalten wünschen. Das Präsidium. 6

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