Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Wille · 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 1 (Januar 1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2827066-3186699-3186700--0718-3186776
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

V.J.St. Kadimah Bonn Dr. Paul Tiefcnthal, Köln, Breite Str. 92/98 V.J.St. Zephirah Breslau Dr. Siegmund Kleiner, Breslau, Sprudelstr, 1 V.J.St. Hasmonaea Frkf. Dr Julius Simon, Frankfurt a. M., Falkensteinerstr. 1 V.J.St. Maccabaea, Kgbg. Rudi Rudberg, Königsberg, Orselnstr. 10 Um eine restlose Erfassung aller Bundesbrüder zum Kartelltag möglich zu machen, bitten wir jeden einzelnen dringend, sich mit dem Vorsitzenden der Organisation, zu der er gehört, sofort in Verbindung zu setzen. Anders ist eine vollkommene Erfassung nicht möglich, während wir glauben, daß das Kartell wieder straff organisiert werden kann, wenn die Bundesbrüder unserer Aufforderung nachkommen. Es ist aus technischen Gründen niefit möglich, das genaue Programm des Kartelltages schon heute im Jüdischen Willen zu veröffentlichen. Dieses, sowie der Vorschlag für das neue Präsidium und das Programm des neuen Präsidiums wird den Leitern der Altherrenbünde und der Bezirksverbände in den nächsten Tagen zugehen. Alle Vorbereitungen zu den Kartell* tagskonventen müssen sofort getroffen werden. Bericht des Präsidiums über das abgelaufene KarteHjahr. Der Rechenschaftsbericht des vorigen Präsidiums (Februarheft 1933) beginnt mit folgenden Feststellungen: „Das vergangene Kartelljahr hat für das Kartell. keinerlei äußere Erschütterungen oder besonders einschneidende Ereignisse gebracht. Es war im wesentlichen ein Jahr ruhiger Arbeit . . ." Seit jenem Bericht ist kaum ein Jahr verflossen. Es wäre banal, Vergleiche anzustellen. Das Präsidium, das dann auf dem Leipziger Kartelltag gewählt wurde, hatte dem Kartelltag ein festumrissenes Programm vorgelegt, das sich auf alle Gebiete der Kartellarbeiten erstreckte. Nach den Grundsätzen dieses Programms, das in Leipzig fast einstimmig angenommen wurde, sollte das Kartell geführt werden. Das war die Aufgabe, die dem Präsidium vom Kartelltag gestellt war, und die es sich selbst gestellt hatte. Das war am 27. Februar 1933. Schon die nächsten Tage brachten dann jene Ereignisse, durch die die gesamte Arbeit des Kartells in Frage gestellt war; das Präsidium sah sich völlig neuen Aufgaben gegenüber, die nach Art und Umfang sich überhaupt nicht mit Aufgaben früherer Zeit vergleichen lassen. Die Schwierigkeiten waren um so größer, als sich die Situation ständig änderte. Organisatorischer Zusammenhalt des Kartells, Berufsumschichtung der Bundesbrüder, Weiterführung der zionistischen Arbeit in Deutschland, das waren die Fragen, vor denen das Präsidium stand. Abbruch des Studiums und Umstellung des Berufs war die Forderung des Präsidiums an die iungen Bundesbrüder. Doch diese Forderung, heute als selbstverständlich empfunden, wurde zunächst von einem großen Teil der Aktivitas keineswegs erfüllt. Erst die kommenden Wochen zeigten diesen Bundesbrüdern, daß eine Fortsetzung des Studiums nicht nur zionistisch unverantwortlich, sondern überhaupt eine sinnlose Zeitverschwendung war. 5

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.