Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 1 (1933)
- Issue
- Heft 1 (September 1933)
- Date
- 1933-09-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Stellen (z. B. den Snifim des Hechaluz), an denen unsere Kräfte gebraucht werden, ferner besonders in der Versorgung und Aufrechterhaltung unserer Hachscharah-Arbeit, Im übrigen müssen wir durch scharfe Zusammenfassung unserer hier noch verbleibenden Bundesbrüder und unter Umständen auch durch Eliminierung derjenigen Elemente, die aus menschlicher Unzulänglichkeit gegenüber unseren heutigen Aufgaben versagen, dafür sorgen, daß ein fester bundesbrüderlicher Kreis sich bildet, der vorbehältlos und unbeschränkt für unsere Galuth-Auf" gaben zur Verfügung steht. Unsere Hadhscfiarah in Riga. von Gerhard Liebes, Als in diesem Frühjahr der größere und jedenfalls bessere Teil der einstigen Aktivitas ohne langes Zögern sein Studium abbrach und sein Heil in der Umschichtung suchte, sah das Präsidium sich vor die ihm gänzlich fremde Aufgabe gestellt, in kürzester Zeit für eine verhältnismäßig große Zahl von Bundesbrüdern Hachscharastellen zu suchen. Da es geraten schien dafür zu sorgen, daß sich unsere Menschen nicht völlig zerstreuen, sich an kibbuzisches Leben gewöhnen und gleichzeitig lernen, mit Menschen anderer Art und Herkunft zusammen zu leben, griff das Präsidium mit Freude den Vorschlag auf, der ihm aus Riga gemacht wurde, ungefähr 50 Menschen zur landwirtschaftlichen Ausbildung auf die Farm der lettischen allgemein« zionistischen chaluzischen Organisation „Herzlia" zu senden. Dieser Entschluß beruhte nicht auf theoretischen oder politischen Erwägungen irgendwelcher Art. Wir hätten uns ebenso gerne an einem Kibbuz des deutschen Hechaluz beteiligt, wenn es damals die Möglichkeit dazu gegeben hätt-e« Doch wir wollten mit der neuen Arbeit so schnell wie möglich beginnen, und so kam uns der Vorschlag der „Herzlia" sehr gelegen, insbesondere da die Farm nach den Beschreibungen unseren Vorstellungen durchaus entsprach und der Bundesbruder, der uns das Angebot übermittelte, unser ganzes Vertrauen genoß« Später stellten sich allerdings Mängel verschiedenster Art heraus und es zeigte sich, daß es besser gewesen wäre, zuerst einen Experten zur Begutachtung nach Riga zu schicken, und dann unsere Chawerim, Daß wir den umgekehrten Weg wählten, lag teils an unserer Unerfahrenheit in diesen Dingen, teils an unberechtigtem Vertrauen und teils an den Umständen, die zu größter Eile verpflichteten. Erst als die ersten Berichte über die Unnahbarkeit der Zustände auf der Farm vorlagen, schickte das Präsidium den Bbr. Hans Sternberg dorthin, der später selbst die landwirtschaftliche Leitung des Gutes übernahm. Seiner Bemühung ist es zu danken, daß jetzt die Bedin~ gungen gesichert zu sein scheinen unter denen eine landwirtschaftliche Hach* schara möglich ist. Unter den ungenügenden Arbeitsverhältnissen litt in der ersten Zeit das, Leben auf der Farm verständlicherweise erheblich, und da auch von außen noch unnötige Komplikationen hineingetragen wurden, konnte aus der jungen und für alle neuartigen Gemeinschaft nichts Vernünftiges oder gar Lebendige« werden. Daß sich das in Zukunft mit der Verbesserung der äußeren Faktoren ändern wird, ist sehr zu hoffen, denn das wird auch den Weg unserer Cha** werim in Palästina bestimmen« In diesem Herbst kommen die ersten Menschen aus dem Hachscharah- Kibbuz Riga zur Alijah« Sie werden, vorläufig für ein Jahr, in zwei Gruppen tl