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Der jüdische Wille · 1933-09-01 · Heft 1 (September 1933) · page 17

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
1 (1933)
Issue
Heft 1 (September 1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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in bestehende Kwuzoth gehen um ihre Hachschara zu vervollkommnen, bevor man an etwas Neues denken kann. Die Beschlüsse für später muß man sich vorbehalten. Jedenfalls wird man versuchen müssen, Isolierung ebenso sehr zu vermeiden wie Zerstreuung. Das Beste wäre es, wenn man als Gruppe mit anderen Gruppen zusammen dann die neue Ansiedlung beginnen könnte, wenn unsere Menschen für ein solches Unternehmen weit genug sind. Sicher wird es gefährlich sein, sich damit zu sehr zu beeilen. Die Neugründung ist unsere letzte Chance, und wenn sie, so wie wir hoffen, gut gelingt, wird sie ein schönes und würdiges Ende der Geschichte des Kartells sein. Aus unserer Hadischarah. Brief eines Bundesbruders» Lieber Bundesbruder! * Ich schreibe jetzt erst, weil einige Zeit vergehen mußte, bis ich in den Betrieb wenigstens ein wenig hineingewachsen bin und übersehen kann, wie der Aufenthalt auf dieser Wirtschaft sich weiter gestalten wird. Ich bin, zusammen mit Ernst Piekarski (Bbr.), auf einem Gehöft in der Nähe von Schwedt a. 0., zu dem 100 Morgen Land gehören. Neben der Getreidewirtschaft wird in besonderem Maße Tabak angebaut. Wir kamen gerade zu Beginn der Getreideernte her, haben also schon viel gelernt. Im Anschluß daran begann die Tabakernte, in der wir schon bald zu vollwertigen Arbeitern geworden sind. Es wird Dich interessieren, daß fast alle Tabakhändler, die in den Dörfern herumfahren und den Tabak ankaufen, Juden sind, und in Schwedt ihren Sitz haben. Vier jüdische Händler, die bei uns den Tabak besichtigten, haben uns bereits in Schwedt zum Abendessen eingeladen, auch zu den Feiertagen, Welchem sollen wir den Vorzug geben? Wir haben beschlossen, zu keinem zu gehen, sondern zu Bundesbrüdern nach Stettin zu fahren. Ich muß gestehen, daß die Herzlichkeit der jüdischen Familien, von denen durchaus nicht alle Zionisten sind, ihre Unaufdringlichkeit im Helfen und ihre Freude, uns zu beherbergen, mich überrascht hat. Nicht, daß ich dergleichen nicht gewohnt gewesen wäre. — Aber ihre Art des. Mitfühlens und der Wunsch, mit uns über aktuelle Dinge zu sprechen, kam mir freier und ungehemmter vor. Es ist möglich, daß die Kleinstadt ein gut Teil dazu beiträgt, weil in ihr nur wenige Juden wohnen und die Juden in ihrem Horizont einengt, so daß von auswärts Kommende doppelt willkommen sind. Ich will spaßhalber noch erwähnen, daß alle 4 Händler unabhängig voneinander uns dringend für Palästina den Anbau von Tabak empfahlen. Der bringe nämlich viel Geld ein ... Aber zurück zur Arbeitsstätte. Sie liegt, das ist ein besonderer Vorteil, abseits von Dorf und Stadt, so daß irgendwelche Schwierigkeiten im Verhältnis EU den Dorfbewohnern nicht auftreten können. Daß wir von wenigen Bewohnern der Wirtschaft unseres Judeseins wegen lieber von hinten als von vorn gesehen werden, mag als nicht weiter auffallende Selbstverständlichkeit unerörtert bleiben. Die Hauptsache ist, daß unser Wirt, der Verwalter des Grundstückes, ein Mann geraden, offenen Charakters und vornehmer Gesinnung ist und als tüchtiger Landwirt dazu berufen ist, uns allerlei beizubringen» Und das ist nicht immer ganz leicht. Ich habe oft gemerkt, daß er die Zähne zusammengebissen hat; ich aber auch und noch mehr. Aber jede Arbeit wird 14

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