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Der jüdische Wille · 1933-09-01 · Heft 1 (September 1933) · page 13

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
1 (1933)
Issue
Heft 1 (September 1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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gehen, haben in diesem Raum gewiß ein Anrecht, in eigenen Formen und Gruppen zu siedeln. Wir glauben auch, daß schon mit Rücksicht auf die vielen Nichtzionisten, die nach Palästina gegangen sind, die Eingliederung der deutschen Juden wesentlich erleichtert würde, wenn sie über eigene kollektive Gruppen erfolgten. Soviel nur soll feststehen, daß unsere Menschen durch das Bestehen derartiger Siedlungsgruppen das Gefühl des Wertes ihrer eigenen Art erhalten müßten, ohne daß naturgemäß dadurch eine Front gegen irgendeine andere Gruppe gebildet werden soll. Falls wir zeigen können, daß Menschen ohne einheitliche politische Vorstellungen über das Endziel des Zionismus, geeint nur durch die Vorstellung eines Dienstes am Volke, welcher ihrer Eigenart entspricht, zusammenleben können, so haben wir einen Kern, um den sich auch ideologisch eine Gruppe bilden kann. Hieran können sich auch später ähnliche Gruppen anschließen und es kann ein Werk entstehen, welches die kollektive Leistung der deutschen Alijah darstellt. Bei einer Vorstellung von der Zukunft unseres Bundes, bei dem das Zentrum der Arbeit in den Hachscharahgruppen liegt und die Krönung unseres Werkes in einer eigenen Siedlung in Palästina, wird es klar sein, daß künftig die Erziehungsarbeit nicht mehr von Menschen geleistet werden kann, welche dieser eigentlichen Arbeit fernstehen. Das Präsidium hat daher beschlossen, in absehbarer Zeit die Erziehungsaufgaben in einer Reihe anderer Aufgaben auf Bundesbrüder zu übertragen, welche schon heute in Palästina leben. Es ist jetzt ein Kreis der besten Menschen des jüngeren Kartells mit dem festen Willen zur Umschichtung, teilweise auch schon nach einer kurzen Hachscharah, nach Palästina gegangen. Unsere Hoffnungen und Wünsche richten sich auf die Arbeit dieses Kreises, der das Vorbild für unseren gesamten Nachwuchs bilden könnte. Wir, die wir heute noch nicht das Glück haben, in Palästina selbst arbeiten zu können, wollen hier weiter unsere großen zionistischen Aufgaben in der Organisation erfüllen. In den Hachscharahzentren muß es versucht werden, schon vor der Uebersiedlung selbst, Gruppen zu schaffen, welche später in ähnlicher Form auch in Palästina leben können. Das wird auch eine Planung der beruflichen Ausbildung der einzelnen Mitglieder einer Gruppe erforderlich machen. Wir werden alle diese Aufgaben übernehmen müssen und zwar in dem Bewußtsein, damit unserer Volkwerdung in Palästina zu dienen und für die, die nach uns kommen, Existenz und Heimat zu schaffen. Von Willy Jacobsohn. Das Rundschreiben des Präsidiums vom 25. August 1933, das von Konrad Jacoby unterzeichnet ist, hat eine Reihe von Problemen angeschnitten, die außerordentlich brennend sind und deren Lösung versucht werden muß. Man muß sich dabei offen eingestehen, daß bei uns noch absolute Unklarheit über den zukünftigen Weg des K.J.V. herrscht, und daß wir uns hier nur vorsichtig vorwärts tasten können. In erster Linie erhebt sich die Frage, ob das K.J.V. unter den veränderten Umständen überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat, eine Frage, die nur im Hinblick auf Palästina zu entscheiden sein wird* — Das Präsidium des Kartells Jüdischer Verbindungen. I. A.: Konrad Jaco /. 10

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