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Der jüdische Wille · 1933-09-01 · Heft 1 (September 1933) · page 11

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
1 (1933)
Issue
Heft 1 (September 1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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und der Entwicklung des Palästinaaufbaues geleistet werden müssen. Darüber hinaus wird ein möglichst intensives Erlernen der hebräischen Sprache und eine Beschäftigung mit Palästinafragen erforderlich sein. Wir wollen hier nicht näher auf die Frage der Methode und des Inhalts der Erziehungsarbeit in den Hachscharahgrüppen eingehen. Es ist noch alles zu sehr im Anfang, als daß hier schon umfangreiche Programme aufgestellt werden könnten. Soviel wird feststehen, daß die neue Erziehungsarbeit sich kaum an Methoden und Inhalte unserer früheren Verbindungsarbeit wird anschließen können. In den Mittelpunkt des Gruppenlebens muß aber nunmehr die Diskussion* über die Frage der zukünftigen Lebensgestaltüng unserer Menschen in Palästina treten. Nur wenn sie eine besondere Antwort auf diese Fragen zu geben haben, scheint uns die Weiterführung einer gesonderten Erziehungsarbeit und Werbearbeit des K.J.V. berechtigt und gewährleistet. Ueberhaupt ist heute eine Sonderexistenz des K.J.V. und darüber hinaus des deutschen Zionismusals Gruppe nur gerechtfertigt, wenn wir besondere Aufgaben für Palästina in Angriff nehmen. Ein Gruppenleben hier und eine zionistische Erziehung hier haben nur dann einen Sinn, wenn sie zu bestimmten realen Gruppen in Palästina oder zu neuen zionistischen Zielen für Palästina führen. Wenn wir heute ein solches großes zionistisches Ziel für unsere Menschen nicht proklamieren können, so wäre es das richtigste, wenn wir sie schon jetzt zu den gegebenen politischen und sozialen Schichtungen in Palästina führen und sie dort den aktuellen Mächten überlassen würden. Früher war es keine Frage, daß die Existenz einer deutschzionistischen Studentenorganisation durch die besondere soziale und geistige Lage des deutschen Judentums gerechtfertigt war. Der größte Teil unserer Menschen blieb doch in der Galuth und es war eine auch zionistisch zu verantwortende Aufgabe, diese Menschen um die Zionisierung des deutschen Judentums einzusetzen. Wegen dieser geistigen Frontstellung, welche bisher unserer Arbeit das Gepräge gab, gelang es hier in Deutschland, Menschen verschiedensten Charakters und mit den verschiedensten Vorstellungen über das Endziel des: Zionismus und die realen Methoden des Palästinaaufbaus in einer Organisation und in ihr in gemeinsamer Arbeit zusammen zu fassen. Es herrschte bei uns im K.J.V. und darüber hinaus in der Z.V.f.D. eine Art von politischer Neutralität, welche einerseits die grundsätzlichen Auseinandersetzungen politischer Art nicht verhinderte, andererseits aber doch das Prinzip des Kampf» um das deutsche Judentum und der Arbeit am Palästinaaufbau gegenüber allen Extremen in den Vordergrund stellte. Diese Verbundenheit in der gemein* samen Arbeit ging meist verloren, sobald unsere Bundesbrüder in Palästina seßhaft wurden und sich dort in die gegebenen Schichtungen und Parteien eingliedern mußten. Der reale Interessenkampf der Gruppen verhinderte dort einen engeren, wenn auch nur bundesbrüderlichen Zusammenschluß. Es ist dies sicher zu bedauern, zeigt aber den Zustand, in welchen sich das palästinensische Judentum, wie das der meisten Galuthländer heute befindet: Von Parteien zerrissen, fehlt es ihm an einer echten Führung, in welcher sich die Gruppen zum Aufbau des Landes finden könnten. Unsere große Tradition überparteilichen Zionismus aufrecht zu erhalten und dafür zu kämpfen, auch in Palästina, ist heute das große Ziel, welches Lebensaufgabe für eine Generation und Idee eines großen zionistischen Bundes «ein sollte. Es muß uns heute jeder Jude willkommen sein, der in der Vorstellung des Dienstes am Volke am Aufbau Palästinas mitarbeiten will. Matf er noch so verschiedene Vorstellungen über Endziel und Methoden der Verwirklichung haben, er muß versuchen,' diese in die großen gemeinsamen Aufgaben einzuordnen. Wir können jedoch nicht nach Palästina gehen, mit der

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