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Der Anfang · 1914-07-01 · Heft 4 (Juli 1914) · p. Seite 97

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Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 4 (Juli 1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 97 (sequence 7)
Language
German
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fen) den Gedanken in den Mittelpunkt gestellt, daß durch die „F. J." die Kluft zwischen Schul- und Universitätsjahren überbrückt, die Zweiteilung der Jugend aufgehoben worden sei. Und "in der Tat, welchen Sinn kann eine Bewegung mit dem Losungswort vom Hohen Meißner haben, wenn nicht den, daß nicht mehr äußere Verhältnisse, sondern innerer Zustand, nämlich sittlicher Ernst und Idealismus, das Recht auf Aktivität und Selbstbestimmung verleihen sollen. Wer überhaupt das Recht des Handelns nach dem Gewissen vertritt, kann es nicht bk>8 für sich selbst fordern. Leuchtet tatsächlich inmitten der Schuljugend dasselbe Feuer auf, wie in der akademischen Jugend, so muß diese, wenn sie sich nicht selbst verleugnen will, die eine und gemeinsame Flamme anerkennen. Wie sollte denn auch der Abschluß einer Schulzeit, die so wenig die Zeit einer wirklichen Schul-Erziehung war, wie sollte ein wissenschaftliches Examen irgendeine Wirkung auf die innere Reife des Menschen haben oder der Ausdruck eines Abschnitts in seiner inneren Entwicklung sein können! Bei uns mit diesem falschen Schein, dieser trügerischen Konvention aufzuräumen, das ist auch eine Forderung der Wahrhaftigkeit. Überdies ist es ein Widersinn, jungen Menschen nur deshalb, weil sie die (angeblich) bessere, tiefere Bildung erhalten, bis zu ihrem 19. und 20. Lebensjahre alle Selbstbestimmung abzuerkennen, während gleichaltrige Arbeiter, Kaufleute usw. schon längst im wirtschaftlichen und politischen Kampf Stellung nehmen. Die Studenten, die die „F. J." geleitet haben, waren noch viel zu sehr in ihren spezifisch akademischen Verhältnisseil befangen, sie ahnten noch viel zu wenig, wieviel Selbständigkeit tatsächlich das Leben heute schon dem frühen Jünglingsalter zumutet, weil ihre eigene Kinder- und Schulstube sie davor bewahrt hat. Die Idee von der neuen unteilbaren Jugend, geeint durch einen gemeinsamen Geist und Willen, muß ein Grundpfeiler der „F. J." bleiben, wenn die ganze freideutsche Jugendbewegung überhaupt ihren Sinn und Wert behalten soll Wir alle haben sie doch irgendwie als einen „Wendepunkt", als etwas „geschichtlich Neues" empfunden, auch wenn wir uns nicht durchaus darüber klar wurden, worin dies Neue bestand Aber halten wir uns an das Wirkliche, an das Unbezweifelbare, an das 91

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