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Der Anfang · 1914-07-01 · Heft 4 (Juli 1914) · p. Seite 96

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Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 4 (Juli 1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 96 (sequence 6)
Language
German
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Wesen der Jugend folgenden Aufgaben, in den Gedanken der notwendigen Jugendkultur hineingefunden haben. Sie haben dabei zwar wenig an die realen Nöte und Bedürfnisse der Schuljugend gedacht, sich auch kein konkretes Bild der neuen Jugend gemacht; sie fühlten nur die innere Notwendigkeit eines neuen, adligen und sinnvollen Jugendlebens; und sie erlebten ein wenig einen Tag lang die Wirklichkeit einer solchen einen, unteilbaren Jugend; diejenigen wenigstens, die auf dem Meißner etwas Neues und nicht bloß wieder sich selbst und ihren eigenen Kreis erlebten. Dann .aber erfolgte der Rückschlag. Das Erlebnis verblaßte, die eigenen Sonderinteressen der Älteren traten ihnen wieder in den Vordergrund, und vor allem wurde ihnen durch die Münchener Kämpfe erst recht klar, daß sie ja wirklich mit der jüngeren Jugend, mit der Schülerschaft ein Bündnis geschlossen hatten, was ursprünglich gar nicht in ihrer Absicht gelegen hatte. So schnellten sie zurück. Die Formel vom Hohen Meißner wurde auf einmal als Schlinge und Fessel empfunden, und so kam es, aus der Negation heraus, in Marburg zu jenem Beschluß, der, zu allem anderen, auch der Komik nicht entbehrt: die Studenten stellten sich wieder unter den Schulmeister, sie nahmen willig das Joch der autoritativen Erziehung wieder auf sich und beanspruchten nur ein wenig „Ergänzungs"-Freiheit. Das geschah offenbar rein aus Versehen, So ganz war jetzt auf einmal der Blick auf die Schülerschaft eingestellt, daß man sich selbst darüber vergaß. Das kann natürlich nicht bestehen bleiben. Aber nun ist die Frage in ganzer Schärfe so gestellt: erkennt man überhaupt noch die Einheit und Zusammengehörigkeit der ganzen Jugend an, oder akzeptiert man einfach die gegebene Einteilung in einen passiven Teil, die der autoritativen Erziehung unterworfene Schülerschaft, und einen zur Aktivität fähigen, die Studenten? Aber damit würde man hinter die eigene Entwicklungsstufe zurückgehen. Denn schon der Wandervogel hat die eine, unteilbare Jugend tatsächlich hergestellt (wenn er auch gegenwärtig sehr an den Schwierigkeiten leidet, die gerade aus dieser Tatsache erwachsen). Und Prof. Weber hat in seiner Rede in der Münchener Tonhalle (die man doch wohl als eine der bleibenden Urkunden der Jugendbewegung wird betrachten dürm

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