Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 2-3 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 89 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2709933-3186119-3186121--598-3186652- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Pfadfinder und Jungdeutschlandbund; Gemeinschaftserziehung; Künstlerische Erziehung; Religiöse Erziehung; Der Anfang; Die Breslauer Tagung und der freideutsche Jugendtag; Familienerziehung; Koedukation. — Professor Wetekamp sprach in einem öffentlichen Vortrag über den „Übergang von der Schule zur Universität". — Die Vorträge von Professor Natorp über „Hoffhungen und Gefahren der Jugendbewegung"*) und von Dr. Wyneken: „Fichte als Erzieher44 wurden, als dem Programm entsprechend, besucht. — In der Berthold Otto-Schule in Lichterfelde wurde* hospitiert. — ... „Unser Bestreben ist vor allem, die mit der Schule und der Jugend zusammenhängenden Probleme von einem neuen Gesichtspunkt aus zu betrachten. Eine gemeinsame Gesinnung ist es, die in unserer Abteilung lebt. Nicht Mittel und Methoden der Erziehung waren Gegenstand unserer Unterhaltungen, sondern der absolute Sinn der Erziehung. Wir gehen von der Idee der Schule aus als von einer Stätte jugendlicher Gesinnung und jugendlichem Lebens." — Mit dieser Einstellung soll im nächsten Semester auch an Fragen des studentischen Lebens herangegangen werden. In Programm und Einstellung weicht die — interkorporative! — pädagogische Gruppe in Jena kaum von den vorgenannten Gruppen ab. Eigentümlich ist ihrer tatsächlichen Arbeit nur eine größere Betonung der praktischen selbsterzieherischen und (im Sinne der Jugendkultur) pädagogisch bildenden Arbeit. In diesem Sinne unterstützt sie u. a. die Märchenvorlesungen der Fr. St Sie fanden wöchenlich in ca. 2—4 Stunden statt — und wird im S.-S. auch ihre Kinderausflüge wieder aufnehmen. Im Unterschied von Berlin, wo Juristen, Nationalökonomen u. a. mitarbeiten, beteiligen sich in Jena (allerdings nicht aus Prinzip) nur Pädagogen von Fach. Drei Mitglieder der Gruppe haben auch in diesem Semester wieder an Professor Reins Übungsschule unterrichtet, so die Einrichtung der Universität unseren Prinzipien nutzbar gemacht und auch außerhalb ihrer Lehrstunden die neue pädagogische Gesinnung praktisch erprobt, indem sie mit ihren Schülern auch außeramtlich zu Wanderungen, Kriegsspielen, gemeinsamer Lektüre usf. oft zusammen waren und so ein möglichst weit ausgedehntes Kameradschafstleben zu gestalten suchten. — Propagandistisch wurde in diesem Semester leider gar nichts geleistet. Deshalb war auch die Mitgliederzahl außergewöhnlich gering. Diskussionssitzungen waren I4tägig. Sie fanden zumeist auf Privatzimmern statt. Es wurde gesprochen über „Alkohol und Schule", „Koedukation in Schweden", „Rassenhygiene", „Familienerziehung" (nach Wynekens Buch) u. a. Wie bisher in jedem Semester wurde auch diesmal eine Pilgerfahrt nach Wickersdorf unternommen (zweimal: fünf Teilnehmer). Auch die „pädagogische Gruppe" Göttingen hat sich zu einem *) Gedruckt von der Comcniusgesellschaft. XXII. Jahrgang, 1. Stück. Diedrichs, Jena 1914. 89