Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 2-3 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 88 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bericht über die Tätigkeit der „pädagogischen Gruppen* im Winter-Semester 1913/14. Unsere Breslauer Tagung im Oktober 1913 (der Bericht liegt jetzt als 9. Säemannschrift bei Teubner Leipzig, vor) scheint der studentisch-pädagogischen Bewegung vorläufig weder nach außen die erwartete Stoßkraft noch die dringend nötige eigne innere Schwungkraft verliehen zu haben. Die erwarteten Neugründungen blieben aus. Selbst in den alten Gruppen schien anfangs das Leben nicht besonders rege. Was an Fortschritten in unserer Bewegung zu verzeichnen ist, verdanken wir diesmal weniger der eignen expansiven Betätigung als mehr dem Erfolge des Freideutschen Jugendtages, des „Anfangs" und vor allem der ausgezeichneten Vertretung unserer Prinzipien von selten unseres Vorkämpfers Dr. G. Wyneken. Heute liegen nur die Semesterberichte von Berlin, Freiburg, Jena, Göttingen, Wien vor. Die Gruppen in Breslau und München haben keinen Bericht eingesandt. Propagandistisch scheinen Wien und München am tüchtigsten gearbeitet zu haben. Die „Abteilung für Schulreform4' in München veranstaltete einen Vortrag Dr. Wynekens: „Was ist Jugendkultur?", der als freistudentische Flugschrift erschienen und im Buchhandel erhältlich ist. Die Gruppe Wien wurde erst Januar 1914 gegründet. Sie hat sich ausgesprochenerweise „Die Verbreitung der Ideen der Jugendbewegung und der Jugendkultur unter der Studentenschaft" zur Aufgabe gemacht und auch diesem Programm gemäß gearbeitet. Die Vorträge behandelten die Themen: Die Idee der Schulgemeinde seit Fichte. Das Programm einer Schulgemeinde. Familienerziehung, (zwei Abende). Die Vorträge waren öffentlich und wurden sehr gut besucht. Organisatorisch nimmt Wien dadurch eine Sonderstellung ein, daß die Gruppe im Lauf des Semesters zu einem Verein umgewandelt werden sollte, dessen Zweck nach §2 der Satzungen ist: Förderung und Vertiefung des erzieherischen Geistes der Studentenschaft im Sinne zeitgemäßer Erziehungsmethoden im allgemeinen, im Sinne der Ideen der F. S. G. im besonderen. Die Gruppe schloß sich dem Bunde für F. S. G. korporativ an. Wie wir hören, hat man jetzt die Gründung des Verein als „staatsgefährlich" untersagt. Die Abteilung für Schulreform in Berlin vertritt dem Sinne nach dasselbe Programm wie Wien, ohne freilich nach außen hin eine so große Wirkung entfaltet zu haben. Berlin hat einen festen Kreis von Mitgliedern, steht aber als freistudentische Abteilung jedem Studierenden offen. Auch Schüler und Schülerinnen nahmen an den Veranstaltungen teil. Der Arbeit zugrundegelegt war-Wynekens Buch „Schule und Jugendkultur'Es wurden außerdem, aber in Beziehung auf das Hauptthema, behandelt: Persönlichkeitserziehung, 88