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Der Anfang · 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 86

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 2-3 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 86 (sequence 50)
Language
German
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an Äußerlichkeiten, ein unerhört — ich möchte es beinahe gewissenlos nennen — leichtes Schwingen über gefahrliche Klippen. Das ist einfach jammervoll, das ist grenzenlos sündhaft, das ist schreiendes Unrecht an der Jugend!; Und dar gleiche Verfasser wagt von Sedenleben zu reden? Ja, Seelenleben auf diesen Fahrten, man beachte dazu diese posenhaften Aufnahmen, diese widerliche Eitelkeit, in interessanter Stellung anfgenommen zu werden, wie sie in vielen Bildern des Buches auffällt. Wenn man glaubt, der Verfasser machte einen Versuch, in die Tiefe zu gehen, so findet man sich sofort wieder auf einer Sandbank, so endet jeder hoffnungsvolle Ansatz mit verbleichten, leeren Phrasen, mit klanglosen Worten wie „natürliches Verhältnis der Geschlechter", „Kampf gegen den Geschlechtstrieb" (!) Wenn der gleiche Verfasser es wagt, einige Worte — immer nur „einige" — gegen einen Hans Blüh er zu sagen, so weiß ich nichts anderes, wie ein homerisches Gelächter anzustimmen. Hans Blüher, der wie keiner das Leid und Lied der Jugend sang, von einem Dr, Matter mit einigen Gesten abgetan . . .? Dr. Matter berührt leise die Freundesliebe, dazu weiß er folgende Worte: „Wir können uns ja freilich bezüglich unserer schweizerischen W.-V. Bewegung mit dem bloßen Hinweis auf die Sonderaufgabe der Pflege der Kameradschaft zwischen den beiden Geschlechtern helfen." Wie bei fast allen W.-V.- Schriften und -Büchern bleibt uns auch hier ein leeres, hohles Gefühl als^ letzter Eindruck, und mit schwerem Herzen sieht man sich vor die bittere Wahrheit gedrängt: Das alles sind typische Verfallserscheinungen, eine flammende Jugendkultur hat verglüht. Umschau Die Germania Man schreibt uns: Der erste wichtige Beschluß unseres Bundestags in Frankfurt a. d. O. war, den Alt-Mitglieder-Verband, der aus ehemaligen Germanen besteht, zum E. V. werden zu lassen. So vorteilhaft diese Änderung auf die äußere Entwicklung wirken muß, so verhängnisvoll kann sie für die innere Gesundheit werben. Da Personalunion des Bundesvorstands zwischen den beiden Körperschaften besteht, ist auf dem Papier teilweise und tatsächlich vollständig dieses Organ den Schülern entrissen. Dezentralisation muß jetzt das Bestreben aller derer sein, die der Germania den Charakter eines Jugendbundes erhalten wollen. Höchst zu begrüßen ist dagegen das energische Abrücken von den Guttemplern, das sich in einer Reihe weiterer Entschließungen äußerte. Der Guttemplerorden (I. O. G. T. Deutschland Großloge II) 86

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