Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 2-3 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 82 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2709933-3186119-3186121--591-3186645- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Korrespondenzen sind an den Vermittler direkt zu adressieren, welcher die gewünschten, nur chiffremäßig (mit Mitgliedernummer, Vorname und Wohnort) gekennzeichneten Teilnehmer im „Anfang" veröffentlicht Die persönlichen Adressen werden niemals mitgeteilt, wenn es nicht vom Absender ausdrücklich gewünscht wird. Die Kosten für Antwort oder Weiterbeförderung der Briefe sind in Briefmarken beizulegen. Besondere Wünsche und Anregungen sind direkt an den Vermittler zu richten. Im Auftrage des A. C S. hat W. Breithaupt, ^Elmshorn, Kaltenweide 58, die Vermittlung übernommen. Bächer Wandervogel. Geschichte einer Jugendbewegung von Hans Blüher. I. Teil: Heimat und Aufgang. 3. Aufl. 1913. II. Teil: Blüte und Niedergang. 2. Aufl. 1912. Verlag: Bernhard Weise, Buchhandlung, Berlin-Tempelhof, Berliner Straße 15. Blühers Wandervogelbücher haben ein eigenartiges Schicksal. Die erste Auflage des ersten Bandes war unter der Presse vergriffen, jetzt liegt bereits die dritte vor, und doch, — die offiziellen Kreise des Wandervogels gehen an dem Buch vorüber, als sei es nicht geschrieben. Ich glaube, daß es vielen ergangen ist wie mir: das Buch hat uns das Wort gegeben für namenlose Qefühle, die uns beherrschten, als wir Wandervögel wurden. Und weil es uns dies Wort gegeben hat, mag auch für uns selbst die Zeit kommen, daß wir es nicht mehr mögen. Es greift zu tief in unser Erleben ein, und darum scheuen wir es. Aber wir wollen diese Furcht nicht und wollen es laut sagen: dies Buch ist eine Tat. Man ist in der Jugendbewegung vor oder nach diesem Buche. Ich kann es mir nicht versagen, den künstlerischen (Wert dieser Bücher hervorzuheben. Blüher setzt mit Recht ein Wort des Rembrandtdeutschen vor sein Buch; es sind Rembrandtaugen, mit denen er sieht. Wir fragen nicht, ob die Lichter „natürlich" sind, sie sind jenseits dieser Frage. Helldunkel. Auch Goldton, tiefer, warmer Goldton ist in Blühers Schriften. Blüher kann sehen, — und sagen, was er sieht. Landschaften: das Profil von Steglitz, das Nutheland, den Golm mit dem Blick auf Jüterbogs Türme. Stimmungen: die Nächte auf dem Kapellenberg bei Blankensee, der Sonntagvormittag in Steglitz, ein Abend bei Karl Fischer auf seiner Bude in der Sedanstraße oder auf Veits Wiesen, Karl Fischer mit einem Pennäler bei-endlosem Gespräch in stillen, versonnten Straßen, es ist eine überwältigende Fülle solcher Bilder, die den tief treffen, der sie kennt. 82