Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 2-3 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 81 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2709933-3186119-3186121--590-3186644- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Reicht daher ihr, die ihr die Schulbank drückt und euch vielleicht schon abgewandt habt von euren Lehrern, diesen zur Versöhnung die Hand.- Gerne wird man euch den schnellfertigen Schritt verzeihen, in Frieden segenbringende Arbeit gemeinsam verrichten. ... Briefe fremder Freunde. Der Anfang hat gewiß schon in dem Jahr, da er nun gearbeitet, viel positive und individualistische Werte geschaffen. Belege der Jugend über ihre Leiden und Freuden, über ihre Kraft und Ideale sind uns in deutlicher Flammenschrift geschrieben wrorden. Eigenformerische, künstlerische und schöne Gedanken haben sich kristallisiert, und aus allen Surrogaten hat sich irgend etwas Wertvolles, Lehrreiches, Schöpferisches herausgelöst Selbst die preußische „Kreuzzeitung" hält es ja für wünschenswert, daß recht viele Eltern den „Anfang" lesen. Es liegt natürlich nicht im Rahmen einer monatlich erscheinenden Zeitschrift, alle Wünsche, Gedanken, Ideen, Reformen usw. der jugendlichen Autoren bewältigen zu können. Da aber alles, was zurücksteht, an Wert verliert und eine ganz persönliche Fühlung der Jugend überall bei Kameraden und Kameradinnen gewünscht wird, weil sie auch nötig ist im Interesse des Zusammenschlusses, des gemeinsamen Handelns, der Solidarität, so sind wir auf einen Ausweg verfallen. Briefe wollen wir uns schreiben. Wir wollen unsere Gedanken niederschreiben; Gefühle, die man nicht der Öffentlichkeit preisgeben will, können wir dem Brief anvertrauen und so von Kamerad zu Kamerad und Kameradin hineinfühlen in die Lebensbedingungen, Lebensforderungen unserer Gemeinschaft und können im Briefverkehr ein lebendiges Austauschtagebuch einrichten. Dabei wird die Jugend mit Staunen erkennen, wie überall eine internationale Not des Gefühlslebens der Jugend herrscht. Und je mehr wir uns kennen lernen, unsere Herzen erschließen, Fehler bekennen, aufbauen und vorwärts streben, uns helfen und unterstützen, je mehr wir uns fühlen als geistverwandt, je mehr werden wir an Bedeutung und Kraft gewinnen, und wenn wir uns erst alle kennen, wenn wir uns alle lieben als Jünger der Jugend, Jünger des Lichts, Streiter der Wahrheit, dann werden wir handeln, und die Tat wird die Krone unserer langen, schwierigen, kleinen Alltagsarbeit sein. In diesem Sinn der gegenseitigen Erkenntnis der Erschließung aller Kräfte und der Vereinigung aller für einen begrüße ich die Briefe, die nun der „Anfang" vermitteln wird. TP. Breithaupt Die Vermittlung Mit der heutigen Nummer beginnt das A. C. S. eine Vermittlungsstelle für Briefe fremder Freunde. 81