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Der Anfang · 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 80

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Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 2-3 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 80 (sequence 44)
Language
German
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ich. Eure jugendlichen Gedanken, die hoffentlich noch keiner bestimmten Richtung angehören, bitte ich einige Minuten auf mich zu richten. Ich komme zu euch als junger Freund unter jungen Freunden und fordere euch auf, falls ihr es bisher noch nicht getan habt, jugendfrisch die Stufe, die zum Leben führt, übersteigen zu wollen, die Schule. Wie viel ist über die Schule gestritten worden, wie viel wird noch über die Schule gekämpft werden! Oberlassen wir diese Fehde, die bisher zu keinem Resultat geführt hat, und wohl auch niemals nutzbringend sein wird, den alten erprobten Schulmännern! Vertrauen wir Fragen, die das humanistische Gymnasium oder die Realschule betreffen, erfahrenen Führern der Jugend an, die doch, seien wir einmal ehrlich, das Beste jmit uns wollen, auch wohl, prüfen wir uns daraufhin ganz genau, bedeutend mehr wissen als wir. Würde und Ehre unterscheiden uns von den Tieren. Halten wir diese heiligen Güter hoch, oder streben wir danach, sie durch ehrlichen Kampf, durch ein zielbewußtes Leben zu erreichen! Treten wir jedoch die Lehrer, unsere Erzieher, in den Staub, so handeln wir würdelos. Kritisieren wir die Lehrer, ihre Unterrichtsweise, oder den Lehrplan der Schule, so stellen wir uns über den Lehrer. Ist dies, "Kameraden, nicht einfach lächerlich, eine Anmaßung sondergleichen? Machen wir uns nicht die Schule unnötig schwer durch fortwährende Reibungen mit den Lehrern? Verbittern wir uns nicht auch durch ewiges Bemängeln der Schule die wenigen Jahre, die wir in ihr weilen? Heben wir doch einmal alle die guten Seiten hervor, die das alte, oftmals so sehr mit Unrecht verschriene Schulsystem aufzuweisen hat! Erkennen wir aber Fehler und Mängel, so wollen wir sie mit dem gesunden Humor betrachten, mit dem sie von früheren Generationen angesehen wurden. Das fortwährende Schimpfen und das Nicht-ändern-können macht uns frühzeitig alt, pessimistisch, verbittert! Mit dem Kopf rennen wir gegen die Wand, und alles bleibt beim alten. Suchen jwir deshalb in Frieden auszukommen mit den Lehrern, die es gut mit uns meinen, bemühen wir uns, glatt die Schule duchzumadien, uns auf ihr nichts zuschulden kommen zu lassen. Nach der Schulzeit können wir, wenn wir wollen, so viel auf die Penne schimpfen, die Lehrer verketzern, wie es irgend möglich ist. 80

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