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Der Anfang · 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 49

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Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 2-3 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 49 (sequence 13)
Language
German
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ein geistiges ohne Berührung mit ihm nicht mehr Wirklichkeit werden kann (wenigstens nicht in Europa), Denn die mechanisierende Versachlichung unseres Lebens durch Gesetze, die alles regeln wollen mit dem Anspruch auf Lückenlosigkeit und durch die ebenso anspruchsvolle Ausbreitung des Oeldes, nimmt einem einheitlich abgeschlossenen religiösen Leben (wie es etwa noch zur Reformatoren-, zur Renaissancezeit möglich war) jeden Raum. Geld ist uns heute der Teufel, der uns auch auf jedem höheren Wege, den wir beschreiten, ein häßliches Bein stellen kann. Denn jedes Ding, das von sich fort will zu uns hin, muß durch den Geldwert wandern. HL Wie also kommen wir um die elende Vergeldung der objektiven Werte, von Ethik, Kunst, geistiger Arbeit, herum? Nur ein Weg scheint mir da offen: Das Geld muß wieder Tauschmittel werden, es darf nicht der Wertmaßstab bleiben. Das träge Herz soll wieder Dankbarkeit und Ehrfurcht lernen, wo es jetzt nur bequem das Portemonnaie zieht. Hier liegt die Aufgabe der Jugend. Geld ist uns nur Mittel. Nichts weiter. Kein Wert, mit dem man leistet, mit dem man schon lohnt. Der Mensch kann dem Menschen nur mit Menschlichem lohnen, mit sinnlichen Dingen zum mindesten. Geld sei uns nur Mittel. Mittel zur leichteren Erlangung des anständig-notwendigen Lebensunterhaltes. Als solches geht es uns aber absolut an! Mit tapferer Sachlichkeit wollen wir es erringen; vielleicht schon jetzt, bestimmt aber später Stunden und Tage darauf konzentrieren. Denn nur die wenigsten unter uns sind auserwählt an Kraft und Fähigkeit, ein Leben ohne Beruf, ohne Geld, zu führen, das dennoch von tieferem Werte ist: Künstler oder Prophet zu sein. Dazu gehört mehr als romantische Nichtachtung der lebendigen Wirklichkeiten, so auch des Geldes. Aber seine geistige Wertung muß anders werden. Wer heute sich Geld verdient oder es annimmt als Geschenk, als Lohn, der erscheint vielen von uns als Gegenstand der Verachtung, man wirft ihm vor, er verkaufe sich. Wir wollen uns nicht mehr verkaufen, sondern den Abstand wahren. Geld sei uns wirklich ein Mittel, das wir mit innerem Abstand erwerben, mit Abstand besitzen und für andere Werte verwenden. Es soll eine Beherrschung sein, aber nicht selber herrschen. Deshalb 4Q

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