Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 2-3 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 47 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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schönen Natur hier vergällt. Drum wenn Ihr mich froh machen wollt, schickt mir gelegentlich etwas extra in bar." Der Junge ist 20 Jahre alt, sagte der Vater, und bekommt ja im Monat über 150 Mark. Gut kann man davon leben. Wo ist aber hier Ihre Selbstverantwortlichkeit der neuen Jugend, der wahrhaftige Ernst, von dem Sie in Ihren Schwärmereien jetzt so viel Wesens machen? Wollen Sie mir dies vielleicht sagen? — Zweitens: Ich war mit lieben Menschen einen schönen Tag lang fort gewesen. Wir hatten Karten geschrieben von unterwegs; das Auseinandergehen geschah in einem quälenden Streit über Annahme oder Nichtannahme des Geldes für die Briefmarken. Jeder hatte seine Prinzipien, seine Geldanständigkeit. Zwanzig Pfennige degradierten ein Erlebnis. — Drittens: Einem stirbt sein Vater. Er ist plötzlich arm, muß sich Geld verdienen. Schämt sich deshalb im Sprechsaal. Er hatte nie ein Verhältnis zum Gelde, nun ist er ihm rettungslos verfallen. Rafft alle Tapferkeit vielleicht zusammen, stürzt sich aus dem luftigen Dasein, das er bisher geführt, in einen Beruf und versachlicht. Geld bestimmt ihn. Wir verstehen ihn nicht, verurteilen. Geld bestimmt uns, — Taschengeld! — Viertens usw. . . . Es scheint also doch nötig, sich einmal dem Gelde zu nähern. Manche von uns glauben, daß es dann mit der ungebrochenen Jugend, die wir jetzt leben, aus ist. Aber die Beispiele zeigen doch, wie leicht gerade die Unberührten — will heißen: die Somnambul-Romantischen — die Jugend verlieren. Sie entziehen sich, Kapitalistensöhne, scheu dem Sachlichen, anstatt es zu überwinden. Ich glaube, daß wir unsere Jugend nur vertiefen und unser Leben zu ewiger Jugend gestalten können, wenn wir auch seine Wirklichkeiten, die sogenannten „Realitäten", die man uns immer vorhält, mit ganzer Kraft und neuem Willen durchglühen. II. Geld ist ein Mittel. Es erleichterte den Verkehr, man brauchte nicht mehr Stück gegen Stück zu tauschen. Es machte viele Arbeit für andere Zwecke, viel menschliche Erregung frei, die im Tauschgeschäfte früher aufgewendet worden war. Wenn es heute auf der Erde fehlte, welche reichen Herzen müßten wir zum notwendigen Tausch und Kauf der Lebensgüter haben, wieviel 47