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Der Anfang · 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 1 (Mai 1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
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schaftliche Denken heute bedienen muß, zur allgemeinen Benutzung für denkende Menschen freistehen oder nicht. Ob diese Maschinen praktische und moderne Werkzeuge für den vorwärts wirbelnden Geist sind, oder ob sie veraltet und unbrauchbar sind. Daher müssen nicht nur die Menschen, sondern auch die Institutionen unserer Hochschulen so beschaffen sein, daß sie diese Erziehungsstätten oberster Ordnung zu Brennpunkten des wissenschaftlichen und kulturellen Lebens machen, die weit über die Grenzen eines einzigen Landes hinausleuchten und Leben und Bewußtsein hervorsprießen lassen, wohin auch immer ihr Licht dringen möge. Sie müssen den Studierenden Gelegenheit bieten, die Methoden des wissenschaftlichen Denkens und Forschens zu üben, edle Geselligkeit und gegenseitige Hilfe zu pflegen, den Horizont zu erweitern, den Körper zu pflegen und den Geschmack zu bilden, sie müssen allen aufwärftstrebenden Dienern am Geist, gleichviel welcher Nation, Rasse, Klasse, oder welchem Geschlecht sie angehören, ein Heim anbieten, in dem sie sich alle wirklich ,,daheim44 fühlen können und — was am allerwichtigsten ist, — sie müssen die Voraussetzung machen, daß der Student nicht in alle Ewigkeit bleiben wird, was er heute ist, sondern daß er unter dem Einfluß der fortschreitenden Kultur schließlich noch einmal eine Art von Eigenbewußtsein entwickeln wird, das ihn in Stand setzen wird, sich in Versamlungen ebenso gesittet zu benehmen, wie es das gegenwärtige deutsche Versammlungsrecht von jedem 18jährigen Eisendreher voraussetzt, und ihn dahin führt, sich allmählich keine Geschlechtskrankheiten mehr zuzuziehen und täglich ein Bad zunehmen. Von solchen Anschauungen aus gesellen ist es wichtig, zu wissen, ob es innerhalb der deutschen Studentenschaft eine Strömung gibt, die nicht zu allem, was an der Hochschule traditionell ist, „Ja" sagt, und am Werk ist, an die Stelle eines in die Vergangenheit hinuntersinkenden Hochschul- und Studentenideals ein neues, schöneres und höheres zu setzen; die den traumbefangenen Jüngling aufrüttelt zu selbständigem Denken, Urteilen und Werten und dem bereits Aufgewachten das Gefühl gibt, daß er nicht der ,,Mensch an sich'"' ist. sondern einer von vielen, die an seiner Seite in gleicher Richtung vorwärtsstreben, Ich persönlich glaube, daß es bis jetzt noch keine solche Gruppe in der deutschen Studentenschaft gibt. Dagegen glaubt mein Freund Kranold, daß es eine gibt, die vielleicht noch einmal dazu gemacht werden kann, und das scheint ihm die Freie Studentenschaft zu sein. Soll sich aber diese — wie ich glaube — sehr optimistische Hoffnung bestätigen, so bedarf diese Organisation auf jeden Fall eines großen Zuströmens von begeisterten Jungen, die in die etwas schlafmützig gewordene Bewegung wieder neues Leben bringen und sie — vor allen Dingen — aus den Umklammerungen einer bereits über zehnjährigen Tradition befreien. Die Studenten" aber, die die Freie Studentenschaft zu ihrer Auferstehung am meisten 34

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