Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 1 (Mai 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2709933-3186119-3186120--517-3186570- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
als Kameraden der Bewegung fühlten, beweist, daß, sowie die Verfolgungen in München losgingen, die Wickersdorf er Lehrer und Schüler unter sich 200 Mark für einen Streitfonds sammelten und dem Freideutschen Ausschuß übersandten. Es handelt sich hier nicht um das Geld, sondern um die spontane, tatkräftige Kameradschaftlichkeit. Die ließ man sich gefallen, und setzte einige Wochen später die Kameraden vor die Tür. ^Qan^^hnlich Jiat man es mit einem -Freideutschen Ausschuß, -der sidi^spontan Ja vier-Bremer-Jugend gebildet taatt%-gemachi^~ Vor allem aber: wenn man denn die „Altersverbände" ausschließen wollte — niemals durfte es in diesem Zeitpunkte geschehen. Gerade jetzt, wo Wyneken und der „Anfang" die am meisten Angegriffenen waren, mußte man auch jeden Anschein vermeiden, als ob man vor diesen Angriffen zurückwiche. Es war eine Forderung des jugendlichen Anstands, gerade jetzt um so fester zu den Freunden zu halten. Wie wenig hierfür das Gefühl noch entwickelt ist, das beweist eine wahrhaft schmähliche Handlungsweise, durch die man dem ausscheidenden Wyneken in versteckter Form noch den Makel der Unritterlichkeit anzuheften sucht. Es heißt in dem vom Programmausschuß der Freideutschen Jugend herausgegebenen offiziellen Bericht, der an die Zeitungen versandt worden ist: „In ruhiger und ritterlicher Weise, die Lebensinteressen der Jugend selbst betonend, lösten der „Bund deutscher Volkserzieher" und der „Vortrupp'* ihr Verhältnis zu dem Verbände auf. Länger dauerte es, bis der „Bund für freie Schulgemeinden"' die Berechtigung der vorgetragenen Wünsche einsah . . ." Obendrein eine Unwahrheit. Nie hat Wyneken „die Berechtigung der vorgetragenen Wünsche" zugegeben oder eingesehen. Wir meinen, diese eine Tat sollte genügen, um der Jugend über die Qualität einiger ihrer Vertreter die Augen zu öffnen. Der letzte Grund, warum man Wynekens Kreis los sein wollte, war die Rücksicht auf den Wandervogel E. V. Dessen 40000 Mitglieder hätte man gar zu gern dem Freideutschen Verband zugerechnet. Der Vorsitzende des W. V. E. V. aber, Neuendorff, der selbst Schuldirektor ist, wollte nicht mit seinem Verein einem Bund beitreten, in dem Wyneken war und der Schulen wie die Freie Schulgemeinde enthielt. Daß man ihm hierin nachgab, bedeutet zugleich ein Zurückweichen vor dem 9