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Der Anfang · 1914-05-01 · Heft 1 (Mai 1914) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 1 (Mai 1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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müht habe, ihren besonderen Wesensbedürfnissen zu dienen, sondern sie zu allen möglichen, an sich zwar guten aber jugendfremden kulturpolitischen Sonderzwecken zu benutzen. ... Jedenfalls fühlten er und Gleichstrebende sich verpflichtet, wie ein Schild vor der Jugend zu stehen und sie nach Kräften vor Überrumpelung zu schützen. Damit war an den Jugendtag die wichtigste frage gestellt" Wyneken hat ferner das große Verdienst, positiv einen reichen Schatz geistiger Werte in die Jugendbewegung hineingetragen zu haben. Er hat ihr zwei besondere Schriften gewidmet („Was ist Jugendkultur?" und „Die neue Jugend", München, Verlag Q. Steinicke), er ist in Reden, Vortragen und Aufsätzen für sie eingetreten — kurz, es hat niemand für sie annähernd die gleiche geistige Arbeit geleistet wie er. Liegt also irgendein aktueller Grund vor, ihn und seinen rfund jetzt plötzlich auszuschließen? Aber die Begründung, daß jnan mit dem Bund für Freie Schulgemeinden nur einen „Altersverband" ausschließen wollte, versagt zuletzt noch vor der einen Tatsache, daß man auch die Freie Schulgemeinde ausschloß. Ist denn diese ein Altersverband? Ist denn diese Schule, die wahrlich vor allen den Vorzug besitzt, ein Heim der Jugend zu sein, eine Organisation des Alters? Welche ^ngeheuerli^hen^ Vorstellungen muß die Freideutsche Jugend von dieser Schulgemeinde .haben, wenn sie sie von ihrem Kreis ausschließt. Ein Ereignis aus der Diskussion in Marburg möge clies beleuchten: Als jemand einwandte, daß mit der Freien Schulgemeinde auch wertvolle Kreise der Schülerschaft ausgeschlossen würden, wagte man ihm zu erwidern: dann mögen die Schüler von Wickersdorf unter sich eine Art Wandervogel gründen und als solcher beitreten. Diese Dummdreistigkeit wurde zum Beschluß erhoben. Also die Freie Schulgemeinde soll ihre eigene Organisation verleugnen und in einer ihr wesensfremden beitreten. So wird das Selbstbestimmungsrecht der Jugend, so eine geistige Leistung, wie die F. S. G., gewertet. Daß man in der Freien Schulgemeinde einen seiner edelsten Bundesgenossen verliert, das wird man nicht einmal begreifen. In Wickersdorf hatte man es sich lange überlegt, ob man sich überhaupt an dem Meißnerfest beteiligen wollte; denn wer eine eigene Kultur, einen eigenen Stil des Lebens wirklich geschaffen hat, der prüft wohl, mit wem er kameradschaftlich zusammengeht. Und die Wickersdorfer hatten auf dem Meißner gewirkt durch die Geschlossenheit ihres Auftretens, durch die Tadellosigkeit ihres Benehmens. Daß sie wirklich sich 8

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