Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 1 (Mai 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sache war ja längst durch die wiederholten öffentlichen Erklärungen erledigt, daß die F. J. als solche nicht für die Sonderziele der einzelnen Gruppen tind Verbände verantwortlich sei, sondern nur für das allgemeine und gemeinsame Programm. Wenn nun die Gegner nicht die Loyalität besaßen, diese Erklärung zur Kenntnis zu nehmen, so gebot die Selbstachtung, diese Gegner und ihre lügenhaften Angriffe fortan zu ignorieren. Statt dessen wird man nicht müde, sich vor ihnen zu rechfertigen, läßt man sich von ihnen einfach die Taktik vorschreiben, und da jene öffentlichen Erklärungen nichts helfen, tut man ihnen schließlich doch den Willen und schüttelt die am schärfsten angegriffenen Bundesgenossen ab. Nicht alle freilich haben dies gerade herausgesagt, und nicht bei allen war gerade diese Ängstlichkeit das treibende Motiv. Sie gaben etwas anderes an: Man wolle nicht von Wynekeon „bevormundet" sein. Die Sinnlosigkeit dieses Grundes ist nur zu verstehen aus einem gewissen Willen zur Unklarheit. Wodurch konnte Wyneken denn „bevormunden"? Er war in keinem Ausschuß, er konnte nichts tun, als öffentlich reden und schreiben, woran ihn die Trennung von der F. J. nicht hindert. Er hat niemals in der F. J. irgendwie seine besonderen Pläne durchsetzen wollen, und wenn er es gewollt hätte, so hätte man ihn doch einfach überstimmt — inwiefern also konnte er die F. J. „bevormunden"? Gewiß hat Wyneken die Jugendbewegung immer so dargestellt, wie er sie sieht; das ist sein schriftstellerisches Recht, und niemand ist verpflichtet, seine Ansichten zu teilen. Und das ist es, was dem Widerstand gegen die angebliche Bevormundung eigentlich zugrunde liegt: das Bewußtsein, daß Wyneken, gerade herausgesagt, der Einzige war (oder wer weiß noch einen Zweiten?), der der freideutschen Jugendbewegung einen gedanklichen Gehalt, eine tiefere Begründung gab, und demgemäß die Furcht, daß diese Bewegung mit Naturnot wen digeit in die Richtung der Ideen Wynekens einlenken würde. Im Bewußtsein der eigenen geistigen Impotenz wußte man sich gegen den drohenden Geist nicht anders zu schützen, als durch gewaltsame Exkommunizierung einer Person. Was aber berechtigt jene Jugendvertreter, durch die Ausstoßung eines Mannes, der mehr als alle andern der Jugetid- 5