Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 387 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorsätze ihrer Jugendzeit nicht vergessen und als voilgereifte Männer und Frauen mutige und treue Kampfgenossen sein werden gegen die finsteren Gewalten des Rückschritts, der Knechtung und des Eigennutzes; für ein freies Geschlecht vollberechtigter Menschen, die an den geistigen und Sacbgütern der Erde, die allen gehört, den gleichgemessenen Anteil haben." Am gleichen Tage wurde der dritte Elternabend abgehalten, an dem ebenfalls Wyneken teilnahm.1 Es waren etwa 250 Personen anwesend. Wir konnten wieder viele Freunde gewinnen, und die angestrebte Grandung eines Österreichischen Bundes für Freie Schulgeraeinden ist allgemein begrüßt worden. Das Resultat: Die Wiener Bevölkerung ist aufgeklärt, wir haben viele einflußreiche Freunde gewonnen und wir haben vor allem einen festen inneren Zusammenhang und Zusammenschluß erzielt. Ein Vater im Kampf gegen den Schulbureaukratismus (Aus der Kieler Zeitung) Die neuen Schulbriefe Den Eltern der nicht versetzten Schüler und Schülerinnen ist folgendes Schreiben ins Haus geflattert: ,,Sehr geehrter Herr! Ihre — aus Kl. — konnte leider nicht versetzt werden. Wenn Sie glauben, daß die plötzliche Mitteilung dieser Tatsache für das Kind von irgendwelchen nachteiligen Folgen sein könnte, bitte ich Sie freundlichst, sie schonend darauf vorzubereiten. Falls Sie es für besser halten, schicken Sie es am letzten Schultage gar nicht mehr zur Schule. Das Zeugnis wird Ihnen dann durch die Post zugestellt. Mit vorzüglicher Hochachtung — Klassenvorstand. Welche Wirkung hatte dieser Brief auf die Kinder? Meine vierzehnjährige Tochter, die ich nicht schonend darauf vorzubereiten brauchte, weil ich seit drei Jahren vergeblich hoffte, daß sie endlich einmal sitzen bliebe, damit sie sich körperlich ordentlich entwickeln kann, und der trotz ihrer Trägheit immer bescheinigt wurde, daß sie ein fleißiges Kind sei, meinte ganz treuherzig: „Du, Vater, das tun die Lehrer bloß, damit wir uns nicht totschießen." Das war sicher sehr naseweiß, aber will jemand die Richtigkeit dieser Auffassung bezweifeln? Und darum frage ich, welchen Wert haben Benachrichtigungen an das Elternhaus, die solche Wirkung hervorrufen? Viele Eltern werden den Kopf geschüttelt haben über diese Fürsorge. Die Versetzungskonferenzen sind schon vor acht, in einzelnen Schulen gar vor 14 Tagen gewesen. Eine oder zwei Wochen läßt man die Kinder im Ungewissen, weist jeden Versuch, die Kinder rechtzeitig über ihre Versetzung oder Nichtversetzung zu unterrichten, ab, denn die Lehrer-Konferenzen sind nach einem