Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 374 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ich nicht, sprichst in einem fort von Jugendkultur und anderem Unsinn. Sogar für dieses Lausbubenblatt, den „Anfang", schreibst du Beiträge. Ich weiß nicht, was ihr wollt? Es geht euch zu gut, meine Lieben! Wenn ich bedenkeMwas ich in deinem After lernen mußte, was ,. Ein Vater: Ich verbiete dir aufs strengste, hörst du, noch einmal hinzugehen, und die Zeitschrift, der „Anfang", kommt mir jiicht mehr ins Haus. Das könnte mir passen, daß du verdorben oder verrückt gemacht wirst von ein paar Leuten, die nichts anderes zu tun haben als über die Schule zu schimpfen. Solche Grünlinge, wie ihr seid! Werdet erst trocken hinter den Ohren. Also aus — Gott sei &ank bin ich hier ....!" Ein Vater: Ich muß dir sagen, mein Lieber, solange ihr mit kindischer Freude auf die Schule schimpftet, habe ich nichts gesagt Mein Gott, es wird schon vorübergehen, habe ich mir eben gedacht. Jetzt aber wagt ihr es, an den Grundstützen der Welt,;an der Religion, eure naseweise Kritik zu üben, und das gebe ich niemals zu, daß mein Sohn an solchen Frechheiten, um es nicht schwerer zu bezeichnen, teilnimmt.-- Ein Vater: Hörst, laß die, kümmere dich nicht um sie! Das sind so a<paar Burschen, die mit ihrem Taschengeld nichts Besseres anzufangen wissen, oder vor lauter üSermut nicht wissen, was sie tun sollen. Weißt, wenn du hingehst, so schauen's auf dich herab, weil du keine Lackstiefel hast und kein Schnauztüchel im Brusttaschel. Laß die---—! Ein Vater: Höre, da sind auch Juden dabei! Da erlaube ich nun nicht, daß du an so etwas teilnimmst. Gehe, wenn es absolut schon sein muß, zu einer Mittelschülerverbindung, wo nur Deutsche sind, aber nicht--- Und so redet noch ein Vater und noch einer. Die Söhne aber lassen und müssen sich überreden lassen. Oft der Not gehorchend, nicht dem eignen Trieb. Und vergessen die , Jugendkultur" beim Kneipen und Zotenreißen. Aus dem Tagebuch eines Wandervogels Weiherhof, 31. Dezember 1913. Heute sind wir endlich nach dreitägiger Wanderung in unserem Standquartier angekommen.