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Der Anfang · 1914-04-01 · Heft 12 (April 1914) · p. Seite 371

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 12 (April 1914)
Date
1914-04-01
Page
Seite 371 (sequence 11)
Language
German
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klatsch ihrer selbst, sondern freie, selbständig denkende und handelnde Menschen großziehen wollen! — Diese wollen wir doch nicht mit jenen in einen Topf werfen, die entweder ihre Kinder nicht um deren selbst willen gezeugt haben und sich ihrer Verantwortung für dieselben nicht bewußt sind, oder die aus falschen Anschauungen heraus das Seelenleben ihrer Kinder nicht beachten und berücksichtigen! — Wenn jemand, wie im & Heft des .„Anfang" - in dem Artikel „Das Land Eurer Kinder", behauptet, in Bezug auf sexuelle Aufklärung: „Es wird immer beim Alten bleiben, das Kind ist in die Hände der Köchin oder Bonne gegeben," so kann man nur erwidern. In allen Kreisen unseres Volkes, naturgemäß am meisten in den oberen, bricht sich langsam, aber sicher die Erkenntnis Bahn, daß eine frühe, sachgemäße Aufklärung, eine „Ernüchterung", wrenn sich beim Kinde das Interesse an solchen Dingen einstellt, besser ist als halbe Andeutungen Unberufener mit allen ihren Begleiterscheinungen und Folgen. — Wenn die Moral der Eltern, das heißt fast aller Erwachsenen, wirklich allgemein so wäre, wie sie in oben erwähntem Aufsatz geschildert wird, dann wäre ja die ganze Welt eine Verbrecherhöhle. Und daß sie dies nicht ist, daß auf ihr Treu und Glauben nicht gestorben sind, und die Wahrheit nie untergehen wird, das ist meine und hoffentlich noch recht vieler Kameraden und Kameradinnen festeste Überzeugung! Und da unser Kampf, der Kampf der Jugend, ein Kampf für die Wahrheit ist, darum müssen wir selbst wahr und gerecht sein und dürfen uns nicht durch Leidenschaft zu ungerechten Urteilen hinreißen lassen. Weil aber unser Kampf ein Kampf für Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit ist, ist er ein Kampf für allgemeine Menschheitswerte, und wir dürfen nicht vergessen, daß uns bei diesem Kampfe wahre erwachsene Menschen zur Seite stehen und uns helfen werden bei der Schaffung einer neuen Kultur, der Kultur „unseres Landes". . Nachschrift der Red.: Wir haben es wiederholt betont, daß die hier ausgesprochenen Urteile über Eltern und Lehrer nicht allgemeingültig sein wollen. Was also in obenstehendem Aufsatz gesagt wird, ist Selbstverständlichkeit. Wir veröffentlichen ihn, da uns leider ein Aufsatz, der zu Gunsten der Familienerziehung wirklich Neues, Bedeutenderes zu sagen hätte, nicht vorliegt. Aber wir können uns nicht für verpflichtet halten, von jedem Einzelnen, dessen Eltern oder Lehrer im guten Sinne normal sind, dies hier öffentlich konstatieren zu lassen. 371

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