Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 369 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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und babyhaften Menschen! Und da soll so ein armseliges Schulmeisterlein hinter all diese Kerls kommen! Das ist bei Gott verrückter als . . S.: Aber es kommt doch vor, daß ein Lehrer einen Schüler erzieht, ihn versteht, ihn erobert — als Mensch freilich —, nicht als Lehrer; denn als solcher kommt er seinem jungen Freunde um so lächerlicher vor — und, glaub mir, sich selbst dann auch. P.: Zugegeben. Aber das steht nicht auf dem Programm. Das ist, so nebenbei, Zufall Nicht einmal erwünscht für die Allgemeinheit. Denn — ich hab es selbst erlebt — die fühlt sich dann nur vor den Kopf gestoßen: diese lächerliche, aber folgerichtige Entgleisung illustriert mit Hohn den Rechenfehler, den die Schule bei der Herrschsucht auf dem Gebiet der Persönlichkeitserziehung machte. S.: Wie soll gebessert werden? Soll der Schule nur die wissenschaftliche Erziehung — besser Ausbildung — bleiben? Eine derartige reinliche Scheidung ist vom Übel. Sieh mich an — ich erziehe meine Schüler auf jeglichem Gebiet. Und gerade die Wissenschaft — bei uns in Athen die Bürgerkunde — ist ein bedeutendes Erziehungsmittel. P.: Glückselig also die Menschen, denen das Elternhaus wissenschaftliche und ethische Erziehung gab! S.: Glückselig! sag auch ich. Aber wo sind sie? Soviel kannst du nicht vom Elternhaus verlangen. — Aber: Hast du Piatos Symposion gelesen? P.: O ja. S.: Was erzählt Aristophanes? P.: Jeder Mensch ist nur eine Hälfte. Es gilt, die zugehörige zweite zu suchen, und das Wesen wird vollkommen sein. — Aber, ich meine, das gilt vom Eros, nicht hierbei? S.: Auch hierbei. Bei der Bildung der Persönlichkeit soll es ähnlich sein: Erzieher und Schüler sollen zusammengehören. P.: Dann ist es mit der Schule ebenso wenig wie mit dem Elternhaus. Sollte ein Schullehrer, dieser Unglückselige, einen so wandelbaren Charakter haben, daß er zu jedem beliebigen Menschen die Ergänzung abzugeben imstande sei? Wahrlich, dann müßte er Gott sein! Nein, Sokrates, suchen will *ch jetzt nach dem Menschen, der zu mir gehört.