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Der Anfang · 1914-04-01 · Heft 12 (April 1914) · p. Seite 368

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 12 (April 1914)
Date
1914-04-01
Page
Seite 368 (sequence 8)
Language
German
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gerät. Sieh, auch Bücher können erziehen. Leider sind heute die Hauptsache geworden. Ich weiß, warum ich nie eins schrieb. Das Buch soll den lebendigen Menschen ersetzen. Ein kümmerlicher Ersatz! Glaubst du nicht, daß die$ der Sohn fühlt, wenn in dieser Art die sexuelle Aufklärung stattfindet? Und gerade ihre Art und Weise wirkt so ungeheuer erziehend oder —. verderbend, S.: Wer — glaubst du — ist von Natur zur Erziehung-berufen? P.: Von Natur, die Eitern, S.r Und doch bin ich nicht Piatos Vater! P.; Die Eltern sind nicht immer die Richtigen. Die Natur irrt sich oft. Die Generationen sind grad heute zu verschieden. S.; Kennst du jemand, der sich ein gut Teil der Erziehung anmaßt? P.: Die Schule. Sie handhabt in den Wissenschaften einen wichtigen erzieherischen Faktor. Gut — wenn sie sich damit begnügte. Aber sie will Macht haben. Sie — ein starres System — will auch die ethische Erziehung leiten, als ob sie ein Mensch wäre. Aber sie verbietet nur! Sie verbietet, oder beschneidet die Teilnahme am öffentlichen Leben, Warum wehren sich nicht Eltern oder Erzieher gegen solche Eingriffe? Kürzlich zitiert uns-der Direktor zu sich und verlangt Auslieferung der Bücher von Hans Blücher — unsittlich! — Widrigenfalls — runter von der Penne. — Nur von ihm gebilligte Lektüre dürfe in den Häusern seiner Schüler gelesen werden! Außerdem üben die Lehrer einen möglichst starken Druck auf unser geselliges Leben, unsern Verkehr aus. Sie versuchen unsere ganzen persönlichen Verhältnisse in unerlaubter Weise zu beeinflussen. S.: Aber du hast eben zugestanden, daß Persönlichkeiten andere erziehen sollen, also doch der Lehrer den Schüler! P.: Lehrer sind offiziell keine Persönlichkeiten, sondern abhängige Beamte des Systems. Allerdings — heilloser Widersinn! — verlangt gerade das System von ihren Beamten, sie sollten — auch — als Persönlichkeiten ihre Untergebenen erziehen — die Ärmsten —, jeden Schüler nach seiner Eigenart behandeln! Wie lächerlich das ist, wird mir klar, wenn ich meine Klasse sehe! Diese kuriosen und interessanten und langweiligen und problematischen und ekelhaften 368

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