Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 367 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Platonischer Dialog Personen: Sokrates Ein Primaner Bonn* Jl Sokrates: Woher des Wegs, Freund? Der Primaner: Von meiner Freundin Else. Sie hat mir komische Dinge erzählt: in der Töchterschule lerne man nichts; nur in der Physikstunde etwas. Da haben sie nämlich einen Lehrer, den alte anschwärmen. S.: Dem zuliebe lernen sie? P?: So ist'si Lächerlich! S.: Und doch ist etwas Gutes dran. — Sag mal, wenn du in den Wald gehst, kommen dir nicht dann ganz bestimmte Gefühle? R: Doch; reine, keusche. S.: Nicht auch beim Anhören von Musik — ganz bestimmte? P.: Auch dann. S.: Nicht auch beim Ansehen von Gemälden? P.: Auch dann. S.: Nicht auch bei der Beschäftigung mit den Wissenschaften? P.: Auch dann spricht zu mir ein Geist, fast wie ein Mensch, der mich mahnt. S.: So spürst du auch den Geist, der in eurer Schule herrscht? P.: Deutlich, fast wie einen Menschen. S«: Glaubst du, daß alle Menschen sich von der Natur oder der Kunst oder den Wissenschaften erziehen lassen können; oder nur besonders veranlagte? P.: Nur die letzteren. S.: Von wem werden die meisten erzogen? P.: Von andern Menschen. S.: Du gestehst aber zu, daß Natur, Kunst und Wissenschaft auch ein Faktor bei der Erziehung sind, daß sie eine Atmosphäre erzeugen. Die individuelle Persönlichkeit bildet jedoch ein anderer Mensch. Sieh, die Mädchen hatten doch nicht so ganz unrecht, wenn ihnen der Mensch lieber war als die Dinge. — Kennst du Vincents Aufsatz im „A^ang^? P.: Ja, " S.: So erinnere dich des „Allegro assaiu. Der Vater gibt dei^ Sohn ein Buch, sobald er mit seiner Erziehung in die Brüche .__1fi7