Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 366 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gung mit ernsten Lebensfragen verbieten oder uns davon abzuhalten suchen.--Ein Puppenheim! Trotzdem die Eltern hier scheinbar für uns arbeiten, trifft sie auch hier der Vorwurf der Bequemlichkeit. Sie entheben sich, als verantwortliche Leiter unserer Erziehung, nicht nur der Mühe,; Fehler, die wir begehen würden, wieder gut zu machen, sie ersparen sich auch Erörterungen über den Grund ihrer Ge- und Verbote, indem sie uns jede Kritik derselben verbieten. Sie;be~^ fehlen uns, statt uns zu belehren. Die Autorität der Elterii zu wahren, scheint das Ziel der Erziehung, nicht unsere Entvpciüung und Vervollkommnung! iWarum sieht man es nicht gerine, wenn sich die Jugend mit Kulturproblemen oder mit dem Suchen nach einer Weltanschauung abgibt? Das Streben nach einer solchen macht sich bei halbwegs intelligenten Menschen zur Zeit des Überganges vom Kindeszum Jünglingsalter bemerkbar. Jetzt lernt der heranreifende Jüngling freier denken, er will sich keiner Autorität mehr beugen, nichts für wahr halten, als was ihn seine Vernunft als wahr erkennen läßt. Da stellen sich ihm Schule, Staat, Kirche und die ganze Gesellschaft der Erwachsenen entgegen. Angehörige von Berufsarten, die der Beschränktheit anderer ihre Existenz oder ihre heutige Form verdanken, sehen das Erwachen eines freien Geiste.» nicht gern. Und diese — unter ihnen, wohlgemerkt, auch viele Eltern — sollten uns selbst im Kampf gegen jene Vorurteile unterstützen, von denen sie (es klingt etwas hart), von den^ti sie leben? In veralteten Formen aufgezogen und durch jahrelangen Gebrauch an sie gewöhnt, sollten sie verstehen, daß wir mit den heutigen Lebensformen auch der Erwachsenen nicht zufrieden sind? Sollten nicht ihre Lebensführung für die beste halten und uns das Joch eines gleichen Lebens aufbürden wollen? Sie können das Neue in unserer Auffassung nicht begreifen, und daß unsere Auffassung berechtigt ist, können wieder bloß wir Jungen verstehen, weil wir mit frischen Sinnen in die Welt treten und;noch nicht abgestumpft sind gegen die Trübsal um uns her, die man Kultur nennt! Jugend, wer selbst am Alten klebt, wird uns nicht Neues suchen, Neues finden helfen, hier gibt es nur ein Wort: Hilf dir selbst!