Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 364 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Arbeit in einer Gemeinschaft. Die Schuld an solchem Sondergeis|f trägt auch die Zusammensetzung der Familie, Einen Verkehr mit Gleichaltrigen kann sie nicht geben, so ist man entweder auf sicft selbst angewiesen und entwickelt sich darnach oder man läßt sich/ da ein Gegengewicht fehlt, allzusehr durch die Ansichten der Erwachsenen beeinflussen und gelangt so zu einer UnjugendKc^T keit, ja Jugendfremdheit, die entweder in blasierter Zurückhaltung oder in Nachäffung der Alten zum Ausdruck kommt uM im Philisterium endet. Das Gesamtergebnis des Familienlebens wäre also für uns: Ein lebensfremdes, jugendfremdes und gemütlich-bequemes Menschentum, das aus Mangel an einem höheren, allgemeinen Ziel den Sinn seines Lebens in Surrogaten sieht, kurz: die heutige Gesellschaft. Da ich glaube, daß das hier gezeichnete Bild der Regel entspricht (Ausnahmen seien zugestanden), so erscheint es mir unbedingt nötig, dem Familienleben, sobald es seine Aufgabe der ersten, primitiven Moral- und Willenserziehung gelöst hat, die Jugend ungefähr vom 12. Jahre an zu entziehen und ihr statt dessen ein Gemeinschaftsleben zu geben, und zwar in Verbindung mit der Schule. Denn nur die Schule kann die Stätte für eine wahre Geisteskultur der Jugend sein. Nur aus einer solchen Umgestaltung der Gesellschaft erhoffe ich mir eine Verjüngung und^ wirkliche kulturelle Steigerung unseres Volkes. Da aber in solcher Steigerung allein alle Existenzberechtigung beruht, so glaube ich, habe ich ein Recht zu sagen: Auf der neuen Schule, auf der Freien Schulgemeinde ruht die Zukunft des deutschen Volkes — und vielleicht aller Kulturvölker* Eltern und Kinder Von einem „Kind", Wien I. Bei Menschengruppen, denen infolge ihres Berufes oder ihrer Stellung ein natürliches Ziel bereits gegeben ist, wertet sich; deren Tätigkeit darnach, wie weit sie diesem Ziele näher gekommen sind und ob ihre Tätigkeit überhaupt Erfolg hatte. Eine solche Gruppe bilden die Eltern; denn ihnen ist durch ihre natürliche Stellung die Aufgabe der Erziehung zuteil geworden.