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Der Anfang · 1914-03-01 · Heft 11 (März 1914) · p. Seite 356

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 11 (März 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 356 (sequence 36)
Language
German
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ihn in den Mittelschulen analog dem Vorgang in der Volks- und Bürgerschule als Schulgottesdienst an einen anderen Wochentag vor Beginn des Unterrichtes. Das Opfer, früher aufstehen zu müssen, würde wohl jeder Schüler gern auf sich nehmen, wenn er dafür den Sonntag völlig zu seiner Verfügung hätte. Oder — und das ist ein Weg, der sich wohl noch viel leichter einschlagen ließe — man gestatte Schülern, die an Sonn- oder Feiertagen unter Führung einer Lehrperson der Anstalt einen Ganztagsausflug machen, fallweise das Ausbleiben vom gemeinsamen Schulgottesdienst, eventuell gegen die Versicherung des Ausflugsleiters, dafür zu sorgen, daß die Schüler am Ausgangspunkt des Ausfluges einem Gottesdienst beiwohnen. Damit wäre vielen wanderfrohen und sportbegeisterten Mittelschülern Österreichs Gelegenheit geboten, sich im Kampf mit der Natur für den Kampf ums Dasein zu stählen. Nachschrift des „Anfang". Im protestantischen Norddeutschland, wo niemand seitens der Schule zum Kirchgang gezwungen wird, wird man solche Verhältnisse kaum verstehen und die oben ausgesprochenen Forderungen für viel zu bescheiden halten. Es ist doch einfach ein Unding, einen Menschen zur Beteiligung am „Gottesdienst" zu zwingen! Hier darf grundsätzlich nur die Forderung völliger Gewissensfreiheit erhoben werden. Welches Zeugnis stellt sich übrigens eine Kirche aus, die von ihrem Stifter das Wort berichtet: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht — wenn sie ihrerseits sagt: Zwingt die Kinder, zu mir zu kommen, und wehe ihnen, wenn sie nicht wollen. Umschau Berlin Wer zum erstenmal im akademischen Sprechsaal war, konnte keinen erfreulichen Eindruck davon empfangen. Ich will hier nicht von dem mehr zufälligen und privaten Mißklängen reden. Was aber die Sache bedrohte: es hatte den Schein, als wenn die Jugendbewegung unfruchtbar würde, an sich selbst erstickte. Ich glaube nicht, daß diese Gefahr wirklich besteht'; denn die Jugendbewegung hat innere Notwendigkeit und ist fest auf einer Idee gegründet. Die Periode aber, in der sie sich jetzt hier befindet, muß überwunden werden. 356

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