Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 11 (März 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 357 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186117--470-3186518- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die — scheinbare ~ unirucmoarKeii ucslcui.- udim, uüiü Jugend sich selbst, immer wieder und nur sich selbst zum Problem macht. Sie steht vor dem Spiegel und probiert, was ihr gut steht und was ihre Jugendlichkeit heben könnte — wie eine ältere Dame. Sie reflektiert nur sich, indem sie über sich reflektiert. Sie wird bequem und wird Fett ansetzen, d. h., ohne Bild gesprochen, Mitläufer gewinnen, solche, die geformte Sätze nachbeten. Und schon zeigt sich dies Symptom: man ringt nicht mehr mit der Sprache um neuen Ausdruck, man begnügt sich, Schlagwörter herauszustoßen. Ganz unhaltbar scheint mir vollends die Stellung des Sprechsaals zur Umwelt zu sein: man findet sich mit ihr ab, indem man sie leugnet — zwar bequem, aber doch recht, recht unjugendlich. Was die Jugend allein ausdrücken kann, ist Kampf. Sich mit der Umwelt kämpferisch auseinanderzusetzen, das muß von der Jugend als Aufgabe empfunden werden. Wir Jungen müssen immer zum Angriff bereit sein, wir dürfen uns nicht — wie in in der Diskussion gesagt wurde — „hinter den Mauern einer Burg verschanzen". Wir wollen uns nicht isolieren, wir wollen nicht uns selbst interessant werden. Weil „Jugend'4 an sich eben kein Problem ist, darum ist sie nicht diskutierbar. Darum sollen wir aufhören, unter uns davon zu reden. Wenn wir aber angegriffen werden, so wird allerdings den Alten gegenüber unsere einzige Verteidigung sein: wir sind jung, wir wTollen nichts als jung sein. Hier ist der Punkt, wo wir uns bewußt als Junge isolieren dürfen. Sicher und anmaßend dürfen wir jedes Wort der Rechtfertigung verschmähen. Den Weg vom bedrohlichen Jugendkult zurückzufinden zur bedrohten Jugendkultur — das ist jetzt unsere Aufgabe. Grote Beult Mitteilungen des A. C. S. Bericht der „pädagogischen Gruppen". Auf unserer ersten Tagung in Breslau haben wir gegenseitige Orientierung aller pädagogischen Gruppen zum Beschluß erhoben. Zwecks deren systematischer Durchführung senden wir uns — abgesehen von unserem ständigen brieflichen Verkehr — auch schon seit zwei Semestern offizielle Semesterberichte gegenseitig zu. Um nun aber auch eine weitere Öffentlichkeit über unsere Tätigkeit fortlaufend in Kenntnis zu setzen und somit unserer Bewegung-im Sinne des A. C. S. eine größere Stoßkraft zu verleihen, soll, jedes Semester einmal, im „Anfang" ein Gesamtüberblick über den Stand der studentisch-pädagogischen Bewegung gegeben werden. Daher bitte ich alle Gruppenleiter, bis spätestens zum 15. April die Berichte über das verflossene Semester abzusenden. Ich habe im Auftrag des A. C. S. und mit Bewilligung der Redaktion des „Anfang" die 357