Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 11 (März 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 341 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Echo Die Antwort einer Frau an Friederich Mono. Lieber junger Freund. Ich will nicht protestieren. Sie haben einfach Recht. Ich sage das nicht nur von denjenigen Ihrer Bekenntnisse, die ich mit eigenen Erlebnissen bestätigen oder ergänzen könnte; ich sage es auch von denen, die für mich unerlebbar sind. Wer so scharf zusieht und so wenig Anlage hat, sich seine schmerzhaften Erkenntnisse wegzulügen oder weglügen zu lassen, der wirkt auf mich schlechthin überzeugend. Ich handle Ihnen nicht ein Wort ab von Ihren Klagen und Anklagen. Ich will aber auch nicht verteidigen. Sie nicht. Denn es stehen in Ihren Ausführungen genug Beweise, daß Sie die Ursachen sehen und daß Sie an eine neue Reinheit und einen neuen Stolz der weiblichen Jugend glauben. Auch Ihre Partnerinnen nicht. Denn solange man jung ist und seiner selbst noch nicht sicher, fühlt man sich so leicht getroffen, so in Verteidigungszustand, so zum kräftigsten Gegenschlag verpflichtet wenn man selber anders ist. Ich hätte vor zwanzig Jahren auch so reagiert. Ist die Empörung berechtigt so wächst ganz von selber aus ihr jenes Distanzbewußtsein, das gerecht und unangreifbar macht Aber was will ich denn? Ich will Ihnen das Herz noch schwerer machen. Denn die Dinge sind noch schmerzlicher und verworrener, als Sie sie sehen. Ich denke an die Ehe. Gerade an die Ehe nach Ihrem Herzen. Und ich sehe da nur Probleme und will Ihnen einige zeigen. Erstens. Die Frau mit eignem Geist und eignem Schaffen braucht und fordert Einsamkeit, Ferne, Abstand — auch vom Manne. Die Hausfrau brauchte das nicht und forderte es nicht. Die brauchte auch keinen individuellen Lebensstil; aber die geistige Frau braucht ihn. Die eigene Arbeit der Frau trennt die Gatten mehr, als sie sie verbindet. Und wo ist die Ehe-Liebe, die diese Distanz als eine neue Schönheit und neue Innigkeit wrertet? Zweitens. Aber noch, schwieriger vielleicht ist der Gegentypus, der gleichzeitig heraufwächst: der überschwängliche. Die Hausfrau wollte nur Sicherheit, Liebe und Mutterglück vom Manne. Dieser Typus Frau will auch seinen Geist, seine Träume, seine innerste Seele. Die schrankenlose und restlose Gemeinsamkeit des Geistigen und Seelischen ist sein Ideal und seine Forderung. -U1