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Der Anfang · 1914-03-01 · Heft 11 (März 1914) · p. Seite 339

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 11 (März 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 339 (sequence 19)
Language
German
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Das katholische Problem und die Jugendbewegung Das Erwachen des neuen Jugendbewußtseins ist aus dem Bedürfnis der Jugend entstanden, ihrem Leben einen Inhalt, einen tieferen Sinn zu geben. „Wozu lebe ich?" — Der Daseins- und Konkurrenzkampf kann nicht genügen, dem Leben des einzelnen Menschen irgendeinen ethisch befriedigenden Sinn zu verleihen. Der beste Teil der bürgerlichen Jugend sträubt sich gegen die sogenannte „Vorbereitung zum Leben", d. h. gegen den rücksichtslosen Kampf (auch gegen die besten Werte der eigenen Entfaltung) um Sicherung eines breiten Platzes in der Sonne des bürgerlichen Lebens. Egoismus, Materialismus, Opportunismus, Konventionalismus und Konzessionismus lasten unerträglich auf ihr. So ringt und sucht sie selbständig nach einem Lebensinhalt. Dieses innere Ringen ist in seiner tiefsten Bedeutung ein religiöser Drang, ein religiöses Bedürfnis. In weiten Kreisen der heranwachsenden Jugend findet es keine Befriedigung mehr. Im freien deutschen Reiche, in dem schon vor 159 Jahren jeder „nach seiner Fasson selig werden konnte", kann das religiöse Bedürfnis nicht mehr in bestimmte Formen kommandiert werden, oder besser: kommandiert kann es werden, aber es wird nicht befriedigt, es verkrüppelt, es wird verdrängt. So ist die Hingabe und der religiöse Ernst zu verstehen, mit dem die einzelnen Gruppen ihrer Sehnsucht ein Ziel zu stecken suchen. Nationalismus, wo er in der freien deutschen Jugend vorkommt und echt ist, wird fast metaphysisch empfunden. Rassenhygiene und die verschiedenen Lebensreformen haben fanatische Anhänger. Der romantische Lebensstil drückt formal dieses Bedürfnis am deutlichsten aus. — Überall ein bewußtes oder unbewußtes Suchen. — Daher befürchten gar manche „Modernisten", die diese aus der „Empörung der Romantik" entstandene Jugendbewegung verfolgen, daß diese religiös-romantische Empörung gegen den Materialismus und die Nüchternheit wie die historische Romantik

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