Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 11 (März 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 336 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nirgends sei im „Anfang" Kampf gegen die Religion zu finden, wohl aber gegen Gewissenszwang und religiöse Heuchelei. Eine Verdächtigung sei es, daß er der Jugend den Patriotismus nehmen wolle; nur die Phrase bekämpfe er und die Schreckensherrschaft der Phrase hier wie auf jedem anderen Gebiete; aber der wahre Dienst werde dem Vaterlande geleistet durch Schaffung einer ungebrochenen, sittlich-ernsten, kulturell sich verantwortlich fühlenden Generation. Als erster Gegner kam der Münchener Professor Rehm zu Wort. Die Freideutsche Jugend stünde heute vor einer Schicksalsfrage: ob sie ihr Schicksal mit dem Wynekens verknüpfen wolle oder nicht Wo Wyneken hinkomme, dorthin bringe er Unglück. Ein Vater hätte dem Lehrer seines Sohnes gegenüber ausgerufen: „Dr. Wyneken hat mir die Seele meines Sohnes gestohlen." Prof. Gurlitt-Steglitz schilderte dann an der Hand alter Dokumente den Zustand der geistigen Öde in der Jugend der vorigen Generation, das Erwachen der Jugend im Steglitzer „Wandervogel" und seine Bedeutung. Reichstagsabgeordneter Wolfgang Heine bezeichnete sich als einen der unglücklichen Väter, deren Kinder durch Dr. Wyneken auferzogen worden wären. Seine Kinder hätte er durch Wyneken nicht verloren, sondern wahrhaft erst gewonnen. Er verlas die Vertrauenskundgebung, die seinerzeit die Eltern der Zöglinge Wynekens zu Wynekens Gunsten (leider vergeblich) der Behörde eingereicht hatten. Das Vaterland müsse glücklich sein, daß es in Deutschland noch mutige Männer gäbe, die die Verantwortung auf sich nähmen, eine kühne Tat zu wagen; denn solche seien selten und man hätte sie nötig. Die Krankheit unserer Zeit sei es, daß niemand die Verantwortung für neue Taten übernehmen wolle. Als Rechtsbeistand der Wickersdorfer Schule habe er genauen Einblick in die F. S. G. bekommen. Lehrer, Eltern und Schüler seien ganz auf Seite Wynekens gestanden und hätten dies auch wiederholt bekundet. Dr. Reisinger warnte die Jugend vor Dr. Wyneken. Reinliche Scheidung sei das Nötige für den heutigen Tag. Wyneken habe nicht die F. S. G. Wickersdorf gegründet, sondern Paul Geheeb. Das habe Geheeb ihm selbst brieflich mitgeteilt! Der „Anfang" sei Geist von Wynekens Geist; man werde noch seine besten Freunde (Pöhlmann, Kerschensteiner) verlieren, wenn man nicht von Wyneken energisch abrücke. Nur das unbewußte Kind übe seinen Zauber auf die Seelen der Erwachsenen aus; werde es bewußt und seiner Macht inne, so werde es selbstgefällig und aufgeblasen, frühreif, reizlos und entgöttert. Vide Elsie, die von der Gesellschaft des Sonntag-Nachmittags sagt: „Was in aller Welt habe ich mit diesen Leuten zu tun?" Wyneken sei jener Pädagoge, der ungeheuerlicherweise diesen frevlen Unsinn den 01/: