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Der Anfang · 1914-03-01 · Heft 11 (März 1914) · p. Seite 334

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 11 (März 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 334 (sequence 14)
Language
German
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Erfahrung seien wir belehrt, daß die Jugend ihre selbstgewählte Freiheit niemals mißbraucht habe; nun sei es an der Zeit, uias Prinzip der Freiheit und Selbstverantwortlichkeit auf die Schule zu übertragen, auch auf die Mittelschule. Schmachvoll sei es gewesen, daß die liberale Partei über all diese Dinge völlig unorientiert gewesen sei; daß sie sich durch die „Enthüllungen" Schlittenbauers überrumpeln ließ; daß sie ängstlich zusammengeklappt sei, als Schlittenbauer das Freiheitsstreben der Jugend mit dem Liberalismus in Zusammenhang gebracht habe; die liberale Partei ist dem politischen Geschäftsgeist, der ewigen Angst um den Bestand der Partei erlegen, der ließ sie nicht das rechte Wort finden. Aber die Jugend möge in ihrem großen Kampfe um Recht und Freiheit aufrecht bleiben. Noch sei das Geschlecht nicht herangewachsen, das Fichte herbeigesehnt habe, mit dem ein neuer großer Abschnitt der Weltgeschichte beginnen wird. Die heutige Jugend ist im Begriffe, mit der zweitausendjährigen Pestilenz des Saufens fertig zu werden; sie ist im Begriffe, sich im Chaos der. sexuellen Fragen neu und selbständig zurecht zu finden. Aber einem bösen Geiste müsse sie immer wieder den Kopf zertreten: dem Geschäftsgeiste, der immer wieder auf die Fragen des ideellen Lebens angewandt werden will, der mit stets erneuter Gewalt heraufdränge und die Welt der Idealität vernichten wolle. Es folgten hierauf die offiziellen Erklärungen der angeschlossenen Verbände der Freideutschen Jugendbewegung, wobei die meisten nicht nur ihre Stellung zu Wyneken, zur Jugendkultur und zum „Anfang" präzisierten, sondern gleichzeitig auch ihr eigenes Programm darlegten. Der größte Teil der Erklärungen war sichtlich durch die Heftigkeit der klerikalen Denunziation beeinflußt. Der Vertreter des Hauptausschusses der „Freideutschen Jugend" (K. Ahlborn) gab die Erklärung ab, die wir in unserem Leitartikel wiedergegeben haben. Die Freischaren Münchens (eine akadem. Korporation) verwahren sich ebenfalls dagegen, daß man auf Grund von Publikationen wie der „Anfang" ein Urteil über sie fälle. Der Vorwurf des Kampfes gegen Schule und Elternhaus sei grundlos. Der Bund für Freie Schulgemeinden erklärt sich mit seinem Leiter und Führer Dr. Wyneken solidarisch. Auch der Jung Wandervogel lehnt den Kampf gegen Schule und Elternhaus ab, lasse aber Erwachsene und Oberlehrer nicht als Führer gelten. Der Vortrupp hat ebenfalls mit dem Kampf gegen Schule und Elternhaus, Sittlichkeit und Religion nichts zu tun; Wynekens Ideen hätte er schon auf dem Freideutschen Jugendtag bekämpft. Vom „Anfang" gelte das Wort Poperts: „Der Geist des ,Anfangs' bleibe von uns fern."

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