Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 11 (März 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 325 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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erwähnten Aufforderungist der Sprechsaal Münchener Mittelschüler gedacht als Mittelpunkt der freien geistigen Betätigung der Münchener Mittelschüler und -Schülerinnen, Er ermöglicht es jedem, über den Kreis seiner zufälligen Bekannten und Mitschüler hinaus mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten sich über alles auszusprechen, und im freien Verkehr mit jüngeren und älteren Kameraden und Mitstudenten neue geistige Anregung zu geben und zu empfangen. Was oben bezüglich der Zeitschrift ,Der Anfang' gesagt und angeordnet wurde, hat im allgemeinen auch für den Sprechsaal zu gelten; die Anstaltsvorstände werden die Bewegung sorgfältig im Auge behalten und nach Maßgabe der Disziplinarordnung, wie der Verbreitung der gedachten Zeitschrift unter den Schülern, so auch ihrem Eintritt in den Sprechsaal in der entsprechenden Weise nachdrücklich entgegenzuwirken haben." Wer hier nicht fühlt, was gefährdeter Jugendwille ist, gehört nicht zu einer freideutschen Jugend. Es sei denn, sie ist ein Name für eine Vereinsmitgliedschaft. Und darum stellen wir die Frage nach dem Erkennungszeichen. Wer ist ein Glied in eurem Verband der Jugend? Scheidet ihr nach dem Willen zur Gestaltung jugendlichen Lebens, oder was sonst ist euer Maß? Die Antwort mag sein, wie sie muß. Der „Anfang" hat erklärt: „Das Programm der freideutschen Jugend ist das unsrige", er wird fortfahren, für dieses Programm, die Gestaltung jugendlichen Lebens aus Freiheit und Wahrheit zu wirken und zu kämpfen. Der „Anfang" bietet der Jugend einen Plan, auf dem sie die Probleme ihres Lebens bespricht, die Fragen seiner Gestaltung erörtert. So hilft er klären, Taten vorbereiten und fördern. Geht das wirklich die freideutsche Jugend nichts an? Die Sprechsäle wrerden fortfahren, mit der Formel vom Hohen Meißner im täglichen Leben Ernst zu machen. Sie sind die Ergänzung des Wandervogels. Sie ziehen in den Kreis des zu Gestaltenden das ganze Leben des Schülers; außerhalb der Schule, aber während der Schulzeit, in der Großstadt. Sie sind der ernsthafte Versuch der Jugend, sich ihren Anteil am geistigen Leben der Zeit zu erobern, und das eigene Leben über den Bereich des Wanderlebens und seiner Ausstrahlungen hinaus zu kultivieren. Hat die freideutsche Jugend wirklich mit diesen „Sprechsälen" nichts zu tun? Oder muß sie anerkennen, daß hier der un-