Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 11 (März 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 324 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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solchen Situationen gilt es, mit großen Buchstaben zu schreiben, weithin lesbar; aber nicht Erklärungen abzugeben, deren Wortlaut man mit der Lupe untersuchen muß. Die bloße Geste mannhafter und kameradschaftlicher Haltung hätte genügen müssen, um jeden Zweifel, jede falsche Interpretation von vornherein auszuschließen. Nun, das ist versäumt worden. Immerhin hat man sich spontan am folgenden Tag zu einer Remedur entschlossen; und es ist anzuerkennen, daß die gut ausgefallen ist, ohne ängstliche Verklausulierung, und das ist mehr, als man sonst im öffentlichen Leben gewohnt ist, und trifft besser den neuen Ton der Jugend. Wir lassen also die Frage der Haltung damit ruhen und wenden uns der Sache zu. „Die freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. " Das hieß am Tag der Versammlung: Die unterzeichneten, einladenden Verbände nennen sich freideutsche Jugend und finden ihr Gemeinsames in dieser Formel. „Die freideutsche Jugend tritt für diese innere Freiheit unter allen Umständen geschlossen ein." Das hieß an diesem Tag: Die unterzeichneten Verbände treten füreinander ein, im Fall, daß einer bedroht ist. Das A. C. S. gehörte nicht zu den einladenden Verbänden: wir haben nichts mit ihm zu tun. Das war leicht zu konstatieren. Man hätte die Formel auch anders auslegen können. Sie könnte heißen: Wo junge Menschen einen Bund schließen mit dem Willen, ihr Leben mit innerer Wahrhaftigkeit nach eigenem Gewissen zu gestalten, da ist freideutsche Jugend. Wo solche Menschen behindert werden, ihrem Willen rein zu leben, wird die ganze Jugend dagegen kämpfen. Hat man so tatsächlich nichts mit dem „Anfang", dem A. C. S. und den „Sprechsälen4' zu tun? Hat man die einzige hier entscheidende Frage gestellt: Wollt ihr euer Leben vor eigener Verantwortung mit innerer Wahrhaftigkeit gestalten, um danach seine Stellung zu entscheiden? Man hätte die Formel nur so auslegen dürfen, wenn man es wirklich ernst mit ihr meint. Wessen Empörung glüht nicht auf, wenn er die Sätze in einer Landtagsrede liest: „Das sind die modernen Bestrebungen, denen gegenüber, Herr Staatsminister, kein schwächliches Paktieren hilft und keine mattherzige Stellungnahme! Da heißt es: Nur immer feste druff!" und in einer Ministerialverordnung: „Nach der