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Der Anfang · 1914-02-01 · Heft 10 (Februar 1914) · p. Seite 312

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 10 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 312 (sequence 22)
Language
German
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Die Folgen sind Leiden und Bedrängnisse, von deren Ausdehnung und Stärke die Wenigsten eine wirkliche Vorstellung haben. Wie könnten die Erwachsenen denn auch die spezifischen Angelegenheiten der Jugend jugendlich nachfühlen, da sie selbst immer der vorher- 1 gegangenen Generation angehören und eben kraft des Zustandes der 'Erwachsenheit durch eine Kluft von der Jugend getrennt sind! Die- Jugend aber ist ein Körper- und Seelenzustand von Besonderheit und eigenem Sinn und Autonomie; sie kann in der Regel nur von der Jugend selbst verstanden werden und nur in seltenen Ausnahmefällen von Erwachsenen, die dank glücklicher Verhältnisse jung, warm und beweglich geblieben sind. Sind wir es doch gewöhnt, daß die meisten Eltern mit ihren Kindern gerade über die wichtigsten Fragen des Lebens nicht sprechen, sei es aus Vornehmheit oder Hochmut, sei es aus Unwissenheit oder peinlicher Genierftieit. Die Jugend hat daher vielfach das Vertrauen zu den Erwachsenen verloren oder hält sie nicht mehr für kompetent, über jugendliche Angelegenheiten zu urteilen und zu entscheiden. Die Jugend wendet sich an die Jugend, an ihresgleichen, appelliert an das Verständnis der Altersgenossen oder der nur um ein geringes Älteren. Von den großen und allgemeinen Bedürfnissen der Jugend ist hier die Rede, nicht von den individuellen Verschrobenheiten einzelner jugendlicher Personen. Gerade diese durchgängig-allgemeinen Angelegenheiten sind es., durch deren mißverständliche Auffassung sich die Jugend am meisten bedrängt fühlt, Bedrängnisse, die nur in den allerkrassesten Fällen -1* doch häufig genug und rapid zu* nehmend — zum Selbstmord der Knaben und Mädchen führen; in ungezählten Fällen aber zur Verkrüppelung, Brechung oder Verkümmerung der jugendlichen Seelen. Hilflos, ohne Stütze^ ohne Erkenntnis, ohne Ermunterung, ohne gesicherten, ermutigenden Rückhalt an einer jugendlichen Gemeinschaft, fristet die Jugend ihr Leben mühsam dahin, von allen mißverstanden, von niemanden ernst genommen, bis sie schließlich — frühreif geworden — die schnelle Erreichung des Erwachsenheitszustandes als letzte Rettung erblickt. Unzufrieden mit diesen haltlosen Zuständen, überzeugt von ihrer eigenen Kraft und Hilfsfähigkeit, ist daher die Jugend darangegangen, sich im Grünen Anker ihr eigenes Hilfsorgan zu Schäften. Menschen, die selbst noch ganz jung sind oder der Jugend noch nahe genug stehen, um sie völlig verstehen zu können, um von ihr zur Mitarbeit gewünscht zu werden, haben sich zu dieser Hilfsorganisation zusammengeschlossen. Es kann nicht bezweifelt werden, daß junge Menschen in bedrängter Situation sich mit ganz anderen Hoffnungen und mit größerem Vertrauen an den Grünen Anker als Hilfsstelle der Jugend wenden werden, wie an die Hilfsstellen der Erwachsenen. Bei der Häufigkeit und Komplikation der Fälle werden aber

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