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Der Anfang · 1914-02-01 · Heft 10 (Februar 1914) · p. Seite 294

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 10 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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Grunewald-Berlin, 25. Dezember 1913. 1. Das Äußern von Ansichten kann wohl mit Wegweisung nicht bestraft werden. Schüler sollten daher, gezwungen, Kirchliches zwar mitmachen, doch unter Verwahrung; sie sollen gemeinsam schriftlich bekennen: daß ihre Vernunft sich gegen das dort Vorgesetzte sträubt; daß sie der Schulordnung sich fügen; daß sie jedoch ohne Glauben das hier Angesonnene hinnehmen und tun; und daß sie sich für verpflichtet halten, das festzustellen — kraft des in der Sittenlehre empfangenen Gebots der Wahrhaftigkeit. 2. Schärfer hervorwagen sollten sich Kinder von begüterten, einflußreichen Familien. Nicht bloß, weil sie gewappneter beim Verhängen von Strafen sind: sondern, weil mancher Scholarch vor einflußreichen Familien wahrnimmt, daß „ein an sich nicht unerfreuliches Zeichen von Mut ja allerdings hierin auch . . ." Und so. 3. Jedenfalls wird gemeinsames Vorgehen taktischer sein, als daß jemand ohne Deckung nur für sich erliegt. Alfred Kerr München 27. Dezember 1913. Eine schwere Frage — noch dazu sie kurz zu beantworten! Und sie ist so kompliziert! Mein Landsmann schreibt: „Katholiken, Protestanten, Freidenker, nur seid es ganz und bekennet euch." Schön gesagt: Aber schon über den Begriff des „Katholiken" kann man streiten! Noch viel mehr über den des „Protestanten" und „Freidenkers". Was kann man nicht alles unter den beiden Begriffen verstehen? Ja, bekennet eure Zweifel und Gewissensskrupel offen und ehrlich! So hab's auch ich gehalten: Von der 6. Klsase an habe ich gerungen und gestritten — zum Entsetzen meines orthodoxen, aber doch wohlwollenden (protestantischen) Religionslehrers. War das ein „Bekenntnis mit dem Munde", weil ich nicht formell aus der Kirche austrat? Vielleicht! Mein „Christentum" sah und sieht freilich anders aus als das jenes Lehrers! Aber ist es nicht oft verdienstlicher, drinnen zu bleiben und sich sein Bekenntnis durch die Tat zu erringen und zu erleben? Ich meine also: nicht das formale „Bekenntnis" ent-

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