Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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den Inhalt des „Anfangs" sagt. Und die Wandervogel-Führerzeitung hat unsers Wissens auch bisher noch nichts über ihn gebracht. Es kommt diesen Herren also nur auf die Erregung eines Vorurteils, einer auf keinerlei Kenntnis und eigenem Urteil beruhenden gehässigen Stimmung gegen den „Anfang" an. Nun prüfe man die Nr. 6. Folgendes ist ihr Inhalt: i. Ein Aufruf zum Kampf voller Kampfeslust 2. Eine Mahnung, nicht bei der Schulkritik stehen zu bleiben, sondern als das Wichtigere die positive Bereicherung des jugendlichen Lebens anzusehen und jugendliche Lebensauffassung hochzuhalten: „wahre Idealität, eine bis ins kleinste gehende Wahrhaftigkeit, tiefes und ernstes Verantwortlichkeitsgefühl, Ehrfurcht vor dem Großen, Mut und Freude, Verständnis und Wärme für Menschen und im letzten Grund: Güte". 3. Der wichtige und ernste Aufsatz Herbert Blumenthals über jugendliche Erotik, dessen Sinn ist: die Großstadtjugend ist es müde, dem Eros in den häßlichen Formen, die ihr die Erwachsenen geliefert haben, „den Tänzen aus ihren Operetten, den Räumen von ihrem Kapital" zu leben, und die sie doch akzeptieren mußte, da sie keine andern hatte und da sie das Triebleben selbst nicht verleugnen durfte. Jetzt aber durstet sie nach Schönheit: „unser Eros soll ein Werkzeug werden der Schönheit, die ein Ausdruck ist des Guten und der Wahrheit". 4. Ein Aufsatz über „Erfahrung". „Wir kennen aber anderes, was keine Erfahrung uns gibt oder nimmt: daß es Wahrheit gibt, auch wenn alles bisher Gedachte Irrtum war, oder : daß Treue gehalten werden soll, auch wenn bisher niemand sie hielt." 5. „Wir sind doch keine Schulreformer V „Wir wollen eine Wiedergeburt der Schule aus dem Geist der Jugend". 7. Kritik am Wandervogel, Gedanke eines Geheimbundes der von ihm Unbefriedigten, nach vorwärts Drängenden. 8. „Was mir das Gemeinschaftsleben in der Freien Schulgemeinde ist". 9. Ein Aufsatz über das Reisen, der sich gegen das (auch dem Wandervogel verhaßte) Alles-besichtigen-müssen wendet und für eigene Art des Schauens und Vereinfachung auch des geistigen Lebens eintritt. 10. Für Befreiung des Religionsunterrichts vom Einfluß der Kirche. 11. Für Aufnahme moderner Dichter in die Lesebücher und gegen Verbalhornung der Poesie aus Prüderie. 12. Gegen die Umgehung des Extemporaleerlasses. 13. Klassenspiegel. 14. Besprechung des Kapitels über Persönlichkeitserziehung in Wynekens Buch. 14. Empfehlung einiger wichtiger, ja klassischer Bücher. 15. Allerlei Mitteilungen. Dies also wagt dieser Dr. Wilker zu charakterisieren mit dem Wort: „Herzensergüsse von Verkaterten". Und wie kommt er zu seinem Worte? All diesen Aufsätzen steht (als Nr. 6) ein einziges Gedicht(iöZeilen) gegenüber, das die (nicht vom Verfasser, sondern in halbironischer Stimmung von der Redaktion gegebene) Überschrift „Die Verkaterten" trägt; ob mit Recht, ist noch die Frage. Dieses Heft hier wird Herrn Dr. Wilker zugesandt werden, und er 285