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Der Anfang · 1914-01-01 · Heft 9 (Januar 1914) · p. Seite 284

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 9 (Januar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 284 (sequence 28)
Language
German
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im Leben bringen wollt/ daher werdet Ihr sie mit dem größten Eifer lernen!" Oder soll er Kants kategorischen Imperativ anwenden? Noch kläglicher ist der andere Grund, der angegeben wird, nämlich der Hinweis auf ,traurige Vorkommnisse'. Weil sich ein Schüler, der den ersten Platz verlor, das Leben genommen hat, werden die Plätze abgeschafft. Es wäre gerade so, wie wenn man den Ärzten nicht mehr erlaubte, einen Fuß anderswo als in einer Klinik einzurichten, weil es schon praktische Ärzte gegeben hat, die einen Fuß so eingerichtet haben, daß er nach hinten stand. Es ist wie beim Extemporaleerlaß. Der wahre Grund steht zwischen den Zeilen. Es ist die immer weiter greifende Verweichlichung der Schüler. Die Behörde stellt die Arbeitsfreudigkeit der Lehrer auf eine harte Probe. Jeden Augenblick kommt wie der Blitz aus heiterem Himmel ein neuer Weichlichkeitserlaß, und ich bin begierig, was der nächste bringen wird. Wenn das bisherige Tempo eingehalten wird, dürfte er Ende des nächsten Jahres zu erwarten sein. Ich mache mich darauf gefaßt, daß die Versetzung erleichtert wird, denn da liegt eigentlich des Pudels Kern, und die bisherigen Verweichlichungserlasse können als Vorstufen dazu angesehen werden. Der einzige Vorzug der Erlasse ist ihre Dehnbarkeit, und darum wird ein Lehrer, der seine Schüler liebt und von diesen geliebt wird, trotz aller Erlasse seinen Weg gehe n." Der letzte Satz ist besonders bemerkenswert. Wir kennen ja bereits die „doppelte Buchführung". Was nun wohl erfunden wird? 0. W-r. Nochmals Dr. Karl Wilker-Jena. In der (durch ihre antisemitischen Pöbeleien neuerdings berüchtigten) Wandervogel-Führerzeitung*) (Heft 13) leistet sich der in unserer vorigen Nummer schon gekennzeichnete Dr. Wilker einen weiteren jener Angriffe auf den „Anfang", für die eigentlich nur physiologische Metaphern zur Verfügung stehen. Er bezieht sich besonders auf die Nr. 6 und sagt, daß als „Anfang" „etliche Seiten bedruckten Papieres von Georges Barbizon (Paris-Berlin) und Siegfried Bernfeld (?-Wien) herausgegeben werden mit Herzensergüssen von Verkaterten**)" „Buben und Mädel! Ihr seid gesund genug, Euch nicht verkatern zu lassen." Das ist alles, was Dr. Wilker gegen den „Anfang" und über *) Dieses Blättchen hat übrigens keinerlei offizielle Bedeutung im Wandervogel, sondern ist das Privatunternehmen eines Herrn Fulda in Jena. Sehr maßgebende Führer des Wandervogels stehen ihm ganz ablehnend gegenüber und halten es geradezu für einen Schaden am Wandervogel. Auf dem Hanstein wurden (soviel mir bekannt, zahlreiche) Unterschriften von W.V.-Führern für eine Erklärung gegen die Leitung der Führerzeitung gesammelt. Dr. W. **) Von uns gesperrt. D. A. 284

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