Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Daß die Schulbehörde sich erst .wieder an die Jugend er* innert, wenn Blut geflossen ist. Wir glauben, daß dieses Gedächtnishilfsmittel für die Dauer zu wertvoll sein wird. Ferner, daß die wenigstens dann dankenswerten Bemühungen der Schulbehörde uns gänzlich gleichgültig sein müssen, da wir den Verlauf solcher Anordnungen zur Genüge kennen gelernt haben. Beispiel: Extemporaleerlaß. Nicht gleichgültig ist uns allein die schwere sittliche Gefahr für den Schulbetrieb, wenn der Jugend täglich von Erziehern gezeigt wird, wie man seinen Vorgesetzten hintergeht. Außerdem, daß die oberste Schulbehörde nicht über das nötige Maß von Energie verfügt, um für korrekte Ausführung ihrer Beschlüsse zu sorgen. Dr. Dernburg, den ich anführe, weil er der typische Vertreter des wohlwollend-humorvollen Tones ist, in dem man von uns zu sprechen beliebt, schreibt: „Die Schule darf nicht nur belehren, sie soll Charaktere erziehen. Auch das ist nur möglich im Kampf. Deswegen ist es richtig und nötig, daß dieser Kampf auch bereits in der Schule einsetzt." Wir verwahren uns gegen dieses Prinzip der künstlichen Zuchtwahl, bei der der Lehrer den lieben Gott spielt. Wir wollen keine Prämien. Wir bedürfen keiner Aufmunterung. Man schütze uns davor, daß wir weiter in dieser Art „reformiert" werden. Und wir verbitten uns den Ton der Presse. Man hat nicht „gemütlich" zu sein, wenn ein junger Mensch sich das Leben nimmt. Der Herr Oberlehrer und der Schulerlaß Über den Erlaß der Schulbehörde, nach dem die Platzangabe auf Zeugnissen fortfallen soll, schreibt ein Oberlehrer im „Neuen Deutschland" folgende auch von der „Täglichen Rundschau" nachgedruckte Sätze: „Wie soll man denn einen Schüler der mittleren und unteren Klassen zum Arbeiten bringen, wenn nicht durch Anspornen des Ehrgeizes? Soll sich der Lehrer etwa vor eine Tertia stellen und sagen: »Liebe Kinder, Ihr seht alle ein, daß die unregelmäßigen Verben von euch gewußt werden müssen, wenn Ihr es zu etwas 283