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Der Anfang · 1914-01-01 · Heft 9 (Januar 1914) · p. Seite 282

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 9 (Januar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 282 (sequence 26)
Language
German
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mit seinem Wesen eins fühlt und nicht mehr ihm gegenüber ein Fremder sein muß. — Nur ein Reicher kann einfach sein; zur Einheit kommt man durch Auswählen, Trennen und Sondern, das selbständig und bewußt vorgenommen und nicht durch eine Augenblicksstimmung oder durch den Zufall bestimmt wird. Einem Instinkt, der einen Kulturwert oder eine Naturschönheit unbedingt ablehnt, will ich nicht trauen. — Als ich zum erstenmal Bruckner hörte, war er mir eine unverständliche mathematische Formel, ein Nebeneinanderstehen von Motiven, die sich mir zu keiner Schönheit und Einheit zusammenschlössen; aber arbeiten will ich, um ihn zu verstehen; man muß geizig sein mit dem Schönen und auf nichts verzichten wollen. Die Wahrheit kommt nicht von selbst, ohne Kampf; man muß sie suchen, muß es sich schwer machen und nicht bei einem arbeitslosen, billigen Genuß stehen bleiben, der nur instinkmäßig gesucht und gefunden wird. Ein Weg ist es ja, der ausschließende, vorsichtig meidende, aber der andere, schwerere ist reicher, schöner und wahrhaftiger. Wer kann dafür? Von Chrünlingj Berlin „Die oberste Schulbehörde hat aus Anlaß verschiedener betrüblicher Vorkommnisse der letzten Zeit Veranlassung genommen, das Setzen der Schüler und ihre Beurteilung in den Zensuren nach Nummern zu verbieten." Ein neuer Erlaß. Die Presse durcheilte diese Nachricht und alsbald warfen sich Schule und Elternhaus die schwersten Angriffe an den Kopf, Stimmen für und wider die Verordnung wurden laut, man warnte vor den Motiven und erschrak vor den Konsequenzen, ohne zum Resultat zu gelangen, wer denn nun eigentlich Schuld habe. Denn daß eine Schuld vorhanden sei, darin wenigstens waren sich „Schule und Elternhaus" einig. In der „Voss. Ztg." Nr. 603 empfiehlt Staatssekretär a. D., Geheimer Rat Dr. Bernhard Dernburg in einem Leitartikel „Schülerselbstmorde und Klassenplätze": „Wäre es nicht richtig, nunmehr noch nachträglich eine Enquete auch über die Meinung der Eltern zu eröffnen?" Ich erweitere seine Gedanken: hier spricht ein Schüler. Uns „lehrt die Erfahrung": 282

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