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Der Anfang · 1914-01-01 · Heft 9 (Januar 1914) · p. Seite 281

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 9 (Januar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 281 (sequence 25)
Language
German
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habe als begeisterte Anhängerin des „Anfangs" wochenlang für ihn agitiert, habe mich an alle Mädel meines großen Bekanntenkreises gewendet, habe ihnen Vorstellungen gemacht, daß es ihre Pflicht wäre, teilzunehmen an dem Werk der Jugend, mitzukämpfen mit ihren Erfahrungen. Aber vergebens! Denn unsere Mädel scheiden sich in zwei Gruppen: in solche, die einen Beruf wählen und in solche, die sich die Wahl nicht schwer fallen lassen, deren ganzes Streben und Trachten es ist, möglichst bald in den Hafen der Ehe einzulaufen und die ihre ganze Vorbildung danach richten. Die tun den „Anfang" mit einem lächelnden Achselzucken ab. Die andern aber, die ersteren, die lernen, um später zu lehren, sind meist kleinliche Streberseelen, die befürchten, daß man es an „allerhöchster Stelle" nicht gerne sähe, wenn sie an dem „Ketzerwerke" teilnähmen. Und die tue ich' mit einem lächelnden Achselzucken ab. Und drum sage ich: Persönlich werben hilft auch nicht, denn die Mädel, wenigstens bei uns in Wien, sind noch nicht reif für den „Anfang". (Wir dürfen diesen letzten Satz nicht unwidersprochen lassen, so sehr im übrigen das Richtige getroffen scheint. Gerade in Wien ist eine ganze Anzahl von Kameradinnen, die mit Begeisterung und Verständnis für die Ideen des „Anfang" kämpfen. Und daß diese die einzigen sein sollen, das können wir doch nicht glauben! D. A.) Antwort (auf Ohas Ansicht vom Reisen) Von Lotte F., Darmstadt Simplifier la vie! Das ist meiner Ansicht nach das Endziel einer langen, harten Arbeit, ein Endziel, dem ein Bejahen nach allen Seiten vorausgeht und nicht einschränkendes Ablehnen. Denn einfach gestalten kann man nur aus der Fülle heraus, aus einem großen Reichtum, sonst kann man das Wort gleichbedeutend heißen mit ärmlich sein. Und das wollen wir nicht, auch wenn es oft bequemer ist, Naturschönheiten, gedankliche Werte oder eine Kunstrichtung links liegen zu lassen, weil sie einen nicht gefangen nehmen und erst langsam und zögernd die Seele erfüllen, — Wie schön ist es, wenn man nach langen Anstrengungen, einen bestimmten Landschaftscharakter zu lieben oder nur zu verstehen lernt, dann plötzlich in dessen Natur drinsteht, sich 281

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