Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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„Unbeladenen" zusammengekommen und hätte endlich, endlich wieder mal ein freies, vernünftiges Wort gehört. Und was noch mehr ist, ich hätte darauf ebenso frei antworten können, nicht wie in der Schule hätte ich schweigen und mir mein Teil denken müssen! — Doch meine Nachmittage sind mit Privatstunden vollauf besetzt. So hab' ich mich begnügt, auf den „Anfang" tzu abonnieren. Der hat mir nun schon manche gute Stunde bereitet. Aber wenig Anregung gegeben. Keine neuen Interessen wachgerufen. Das ist ja auch gar nicht sein eigentlicher Zweck, soviel ich hörte. (Wie schwer ist es mir gefallen, Einzelheiten über die Jugendkulturbewegung zu erfahren! Ja, vielleicht stelle ich mir auch jetzt noch nicht ganz das Richtige darunter vor. Mehr das, was ich wünsche.) Aber ich war doch ziemlich verzweifelt nach dieser Enttäuschung. Zu wissen, es leben Tausende von Gleichgesinnten, und ich kann mich nicht mit ihnen verständigen! Plötzlich fiel mir ein, es könne ja noch andere geben, die sich in der gleichen Lage befinden wie ich. Und wenn es solche gibt, warum sollen diese Einsamen nicht doch Verkehr finden? Sie schreiben an den „Anfang", und der veröffentlicht dann in der nächsten Nummer, wer gerne mit anderen Abonnenten korrespondieren möchte. Und da wird sich wohl immer jemand finden, der dem Betreffenden antwortet. Und so mache ich denn den Anfang im „Anfang". Nachschrift der Redaktion. Diese Zuschrift legt Zeugnis ab von einer wirklichen bestehenden Not. Wie sie zu heben ist, ist uns noch nicht ganz klar. Denn Briefe sind doch etwas so Persönliches, daß man sie nicht auf gut Glück an einen Unbekannten richten kann. Wir sind zu jeder Vermittlung gern bereit, aber sehen noch keinen gangbaren Weg. Wir bitten darum unsere Leser, über diese Frage nachzudenken und uns Vorschläge zu machen. Wir dürfen die einsamsten, gebundensten ^unserer Kameraden nicht im Stich lassen! Antwort auf Margots Appell Van M. K, Wien Mit freudiger Zustimmung habe ich im Augustheft Margots Appell gelesen. Aber die Schlußanmerkung des „Anfangs" hat meinen Widerspruch gereizt. Denn es hilft ja kein Werben! Ich 280