Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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So kommen wir nicht weiter. Auf die Dauer kann es nicht genügen, wenn Jungens und selbst Mädel „bei Gelegenheit der Konvention mal kräftig aufs Dach spucken". Nur das radikalste Mittel kann hier helfen: heroischer Lebensstil. Protest Von R. 8., Berlin Dieses hier ist das Urteil eines Mädchens über den Artikel „Oeseiligkeit" im vorigen „Anfang". Und ich kann Ihnen sagen, ich bin nicht die einzige, die so denkt, man kann meine Worte ruhig für die einer ganzen Menge Mädchen annehmen. Als ich den Artikel gelesen hatte, war ich zuerst wie vor den Kopf geschlagen. Nämlich vor Entrüstung! Glauben Sie nicht, weil ich etwa so verblüfft war von der Wahrheit des Artikels. Ich habe noch nie auf so wenigen Seiten soviel Dünkel und Selbstverherrlichung gefunden, wie da. Ich möchte die Jungen doch sehr energisch mahnen, von solch einer Selbstüberhebung abzusehen, bis es sich erwiesen hat, ob sie wirklich so recht haben. Es gibt vorläufig noch eine Menge Gegenbeweise, und zwar lebende. Sehen Sie sich doch einmal diese elenden Kreaturen (denn so sind wir wirklich dargestellt) einmal in der Nähe an! Warum sind denn die zufällig eine Ausnahme, die ich kenne? Und warum wird die Regel nach denen aufgestellt, die der Verfasser kennt? Wir sind noch längst keine Wundertiere, wenn wir nicht in die 80o/o oder 20 o/o hineinpassen, die viele von Ihnen geruhen als Regel aufzustellen! Sie sollten einmal sehen, wie wir über unsere „Tanzstundenherren" geredet haben. Gezwungen sind die meisten hingegangen; vielen machte es Vergnügen, das gebe ich zu. Aber um das Gegengewicht zu halten, müßte ich hier übertreiben, daß es zum Himmel schreien würde! Jedenfalls — wir gebrauchen noch gan2 andere Ausdrücke, als Sie von uns. Ich muß gestehen, es ist sehr bequem, die Fehler, die in unserer heutigen Geselligkeit liegen, einfach auf uns zu schieben. Ich lache darüber. Und ich bedaure aufs tiefste, daß es mehrere gibt, die dieselbe Ansicht haben wie der Verfasser. Das habe ich erfahren — es wird unter den Mädchen manche geben, die das nicht verstehen wird. Und doch ist es so. 263