Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 246 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186114--358-3186403- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Im letzten Sprechsaal fand das Frieden^roblem eifrige Besprechung, die sich weit über die verfügbare Zeit ausdehnte. Wir müssen am nächsten Donnerstag darüber weiter sprechen. Dann bleibt mir das Referat: „Unsere Aufgaben", das sicher wieder mehrere Stunden der Diskussion bedarf. Eines hab' ich wieder gelernt. Hüten wir uns, ganz einseitige Gegner reinzunehmen, solche konservative Naturen verzögern die Debatte, machen sie durchaus nicht fruchtbringend. Wir haben das zweifelhafte Vergnügen, stets den Beweis zu beweisen, da wir von verschiedener Voraussetzung ausgehen. Ich muß abbrechen, da ich nun noch „arbeiten" muß. Elle. Jugendliche Kampfesweise. Nietzsche gebietet: „Ihr dürft nur Feinde haben, die zu hassen sind, aber nicht Feinde zum Verachten." Das ist ein ernstes Wort, dessen wir eingedenk sein wollen, wenn wir uns unsere Feinde wählen, so wie man sich seine Freunde wählt. Wie aber soll man jene Angreifer nennen, die man sich nie zum Feinde wählen würde, die zu hassen man nicht fertig bringt, und denen man doch nicht ganz entgehen kann? Wie soll man sie bezeichnen? Zitieren wir Goethe: „Es will der Spitz aus unserm Stall Uns immmerfort begleiten, Doch seines Bellens lauter Schall Beweist nur, daß wir reiten.'4 Wir werden noch einmal eine Sondernummer der Abrechnung mit unsern Feinden widmen. An allen Ecken und Enden werden sie lebendig, ein erfreuliches Zeichen für die wachsende Bedeutung des „Anfang". Heute wollen wir uns einmal einen kleinen herausgreifen, und zwar aus einem besonderen Grunde. Der betreffende Herr ist ein in Wandervogelkreisen ziemlich bekannter Führer und spielt, außerdem auch im Vortrupp eine gewisse Rolle. Er ist also ein Jugendführer. Darum möchte ich ihn der Jugend vorstellen. Er heißt Dr. Karl Wilker. Im „Kasseler Tageblatt" vom 2. November hatte ein Oberlehrer Heinze einen der üblichen Angriffe auf den »Anfang« vom Stapel gelassen, mit Unrichtigkeiten, Irreführungen und ohne jedes Verständnis. In demselben Blatt vom 9. November stimmt Herr Dr. Wilker diesem Oberlehrer „aus vollem Herzen" zu. Er selbst leistet sich darüber hinaus noch das Folgende. Er schreibt (neben anderen Unwahrheiten): „Freideutsche Jugend — es ist nicht die Schar der Schulanfänger, der kleinen Sextaner. Herr Dr. Wyneken hätte gern einen Freideutschen Kindertag veranstaltet. Und er ließ deshalb auch wohl seine ganze Freie Schulgemeinde Wickersdorf aufmarschieren." 246