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Der Anfang · 1913-12-01 · Heft 8 (Dezember 1913) · p. Seite 238

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 8 (Dezember 1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 238 (sequence 14)
Language
German
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buch, wo sich allerdings diese Zahl recht häufig wiederholte. Sein Zeugnis war aber nachher auch so (4—5). Vielleicht, daß einer der Kameraden oder Kameradinnen Ähnliches erlebt? „Ja, Wahrheit Sei zwischen uns und der platonische Eros möge hier herrschen." Und jedem, der dazu hilft, sei versichert, daß ihn die Jugend mit dankbarem Herzen begrüßen wird. Das Land eurer Kinder! Von M. G. Grünling, Sekundaner, Berlin Ein großer Teil der Jugend hat sich allenthalben aus freier Luft und frischer Natürlichkeit hinwegbegeben in das Ghetto der Gasse. Ich schreibe keine vereinzelte Milieuschilderung. Im vornehmen Westen Berlins hat sich ein Rummel angesiedelt. Auf einem unbebauten Gelände lärmen und leuchten grellbemalte Karussells, flitterbehangene Buden und schreiende Plakate. Dichte Menschenmassen schieben sich durch die engen Gänge, Maschinen surren und fauchen, eine scheußliche Musik .dudelt verschiedene Gassenhauer zu gleicher Zeit herunter. Riesenschaukeln schwingen hin und her, an einem Stand werfen Menschen mit Holzkugeln nach Geschirr, und mit lautem Krach stürzen Schüsseln und Flaschen in Scherben zu Boden. Durch zwei rotierende Röhren stolpern kreischende Weiber, und wenn sie stürzen, zappeln, hinschlagen, johlt die begeisterte Menge tosenden Beifall. Hier, inmitten des verwahrlosten Großstadtgesindels, in einer Atmosphäre von Dirnenflüchen und wüsten Zoten, liegt das Zauberland eurer Kinder. Hier strömen sie jeden Tag zusammen, die ganz kleinen in seidenen Kleidchen an Hand ihrer feinen Bonnen und Mütter, die älteren mit Kameraden und guten Freunden. Noch ganz junge Knaben und Mädchen, nicht nur Proletarierkinder, nicht nur Kinder, deren Väter Säufer und deren Mütter Dirnen sind. Aus den sogenannten „guten Familien", aus den wohlgepflegten Kreisen des Bürgertums pilgern sie zu Hunderten in dieses Paradies. Mit heißen, fiebernden Augen tragen sie ihre Sparpfennige herbei, um ihr mehr oder minder reiches Taschengeld dem „Betrieb" zu opfern. Erstaunt und verwundert schauen sie das ungewohnte Durcheinander der Farben, das ihnen Atem und Besinnung raubt. 238

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