Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 236 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186114--348-3186393- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zu beschränken. Ich könnte eine lange Liste derartiger Versuche anführen, will mich aber vorläufig noch kurz fassen. Wir bitten das k. k. Ministerium für Kultur und Unterricht, den einzelnen Schulen und auch uns mitzuteilen, in welcher Weise es den freien Nachmittag aufgefaßt wissen will. Sollte diese Bitte erfolglos bleiben, so werden wir aus unserer Reserve herausgehen und Proben aus unserer Materialsammlung mit den Namen der Anstalten, der Direktoren und der einzelnen Professoren veröffentlichen und zwar in einem der allernächsten Hefte. Durch persönliche Erhebungen sind wir fortwährend über Einhaltung bezw. Nichteinhaltung der freien Nachmittage auf dem Laufenden und werden jede unserem Interesse entsprechende Regelung mit Freude begrüßen. Euch Kameraden bitten wir, alle Klagen über den freien Nachmittag an die Redaktion zu senden. Der Name des Einsenders bleibt selbstverständlich geheim. Die Einsendungen werden durch unsere Vertrauensmänner auf ihre Richtigkeit geprüft und dann unserer Sammlung einverleibt, ev. der Tatbestand veröffentlicht. jur. „Zwischen uns sei Wahrheit" Von Petronius, Primaner Zwischen uns sei Wahrheit, und eine Art Liebesverhältnis soll zwischen Lehrer und Schüler bestehen und der platonische Eros soll hier herrschen. Mit diesen Worten wurden wir von unserm Klassenlehrer in die Oberprima aufgenommen. Man lachte darüber; mich hat es zum Nachdenken angeregt. Und ich will darlegen, was ich darüber denke. Gewiß ein schönes Wort für den, der's versteht, aber wie weit ist man davon entfernt, und weshalb? Wir hatten in der Unterprima einen Ordinarius, bei dem war es so, und er hatte es nicht vorher gesagt. Ein strenger Herr, der nichts durchgehen ließ, gründlich, gebildet und mit der außerordentlichen Gabe, den Lesestoff seinen Schülern in einer Weise nahezubringen, wie ich es nie gesehen. Hier herrschte der platonische Eros, und er war es, der mich zum erstenmal zweifeln ließ, ob all das Bittere, das wir auf der Schulbank erfahren* 236