Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 233 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Lisaweta: Jugendbewegung! Veranlassen wir die Jugend nicht, viel Köstliches aufzugeben, um dafür ein Martyrium einzutauschen? Wir wollen ,unsere Welt für uns behalten in Heimlichkeit vor den Alten! Sie verstehen doch nichts davon! Gregor: Wenn sie schon nicht verstehen, sollen sie respektieren. Das ist es ja doch: wir wollen unsere Welt nicht mehr verleugnen, es kann uns nicht mehr daran liegen, sie mit Hilfe von kleinen Schwindeleien für uns möglich zu machen; wir fordern sie von den Eltern. Aus.dem Stadium der geheimen Verschwörung sind wir heraus, unsere Sache geht weiter: jetzt kommen die einzelnen Empörer, die noch verhältnismäßig schwer zu kämpfen haben, dann aber kommt die allgemeine Forderung, und da gibt es nur noch die Sache, aber keine Privatsache mehr. Lisaweta: Ja, aber die Alten! Sie werden neue Hemmungen erfinden, sie werden den Ernst der Lage begreifen und Gewalt — glauben Sie nicht doch, daß es besser wäre, wenn sie wie bisher um unser Tun und Fühlen nichts wissen? Stellen Sie sich den Kummer vor, den wir ihnen bereiten müssen, die endlosen widerlichen Szenen, was das ^alles für Spannkraft erfordert. — Gregor: Ja, Spannkraft braucht es allerdings. Aber wer hat mehr, wir Jungen oder die Alten? Die häßlichen Szenen werden außerordentlich wertvoll für uns sein: wir zwingen die Alten doch einmal, uns ihre Argumente gegen die Jugend auszuliefern. Diese Szenen werden dokumentarisch sein. Wir werden ja immer Gründe verlangen: warum darf ich das nicht tun, warum soll ich so leben? Und so gibt es Auseinandersetzungen, in denen wir das kompakte Philistertum vor uns haben. Wir dürfen nur ni,cht mehr so viel falsches Mitleid mit unseren Eltern haben, dürfen s}e nicht mehr zu ängstlich schonen. Wir haben sie schon viel zu sehr verwöhnt. Gewaltmaßregeln gegen uns erkennen wir einfach nicht mehr an. Lisaweta: Sie stellen sich das so einfach vor. Es ist eine ungeheuer schwierige Sache. Gregor: Aber doch nicht kompliziert, nicht wahr? Das müssen Sie mir zugeben. Wozu aber nur Kraft und Wille gehört, das kann die Jugend lösen. In Wirklichkeit ist es nicht einmal schwierig, sondern die einfachste Sache yon der Welt. Sie glauben 233